Für seine Forschungen an neuartigen Neuroimplantaten hat Dr. Simon Binder eine Förderung der Carl-Zeiss-Stiftung in Höhe von 1.5 Millionen Euro für fünf Jahre eingeworben. Binder wird die Nachwuchsgruppe „Biohybride Neuroimplantate basierend auf weichen Hydrogel-Elektroden“ an der Universität Freiburg aufbauen. Sie ist angebunden an die Forschungseinrichtungen BrainLinks-BrainTools, das Freiburger Zentrum für interaktive Werkstoffe und bioinspirierte Technologien (FIT) sowie die Technische Fakultät der Universität Freiburg.
Die Forscher*innen entwickeln eine innovative Verbindung zwischen dem Gehirn und elektronischen Geräten, indem sie speziell gezüchtete Zellen in das Neuroimplantat einbringen. Mit Hilfe dieser Zellen soll sich das Implantat harmonisch in das Hirngewebe einfügen. Ein wichtiger Aspekt der Forschung ist die Entwicklung eines neuen Designs für Elektroden, die auf weichen, gelartigen Materialien basieren. Diese Materialien sind dem natürlichen Gewebe sehr ähnlich, was die Verträglichkeit und Funktionalität der Implantate verbessern kann. „Durch den biohybriden Ansatz und die Verwendung weicher Materialien möchten wir eine bessere Bioverträglichkeit der Implantate erreichen und die Abstoßungsreaktionen im Körper senken“, erklärt Binder. „Außerdem erwarten wir, dass biohybride Elektroden eine höhere Auflösung der gemessenen Hirnaktivität ermöglichen. Dies könnte langfristig einen Beitrag leisten, die Funktionsweise des Gehirns besser zu verstehen.“
