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Brustkrebs und Stillen – die Übersicht

Stillen trotz Brustkrebs ist in vielen Fällen möglich, erfordert aber eine sorgfältige Abwägung und individuelle Betreuung. Hier sind die wichtigsten Punkte zu beachten:

Stillen nach abgeschlossener Behandlung

Grundsätzlich ist Stillen nach einer Brustkrebsbehandlung unbedenklich, sobald die Therapie abgeschlossen ist[5]. Experten empfehlen, etwa vier Wochen nach Beendigung der Operation, Bestrahlung oder medikamentösen Behandlung mit dem Stillen zu beginnen[5].

Einschränkungen durch die Behandlung

Die Art der Behandlung beeinflusst die Möglichkeiten zum Stillen:

– Bei einer Mastektomie ist Stillen an der betroffenen Brust nicht möglich[1].
– Nach brusterhaltenden Operationen und Strahlentherapie ist die Milchproduktion oft deutlich reduziert[1].
– Chemotherapie kann die Milchbildung auch an der gesunden Brust beeinträchtigen[1].

Einseitiges Stillen

Viele Frauen können nach einer Brustkrebsbehandlung erfolgreich an der gesunden Brust stillen[1]. Eine Brust ist in der Lage, ausreichend Milch für ein gesundes Wachstum des Babys zu produzieren[4]. Allerdings sollte das Gewicht des Säuglings engmaschig kontrolliert werden[1].

Stillen während der Behandlung

Während einer
laufenden Chemotherapie ist Stillen kontraindiziert, da Medikamente in die Muttermilch übergehen können[3]. In manchen Fällen kann die Milch abgepumpt und verworfen werden, um später das Stillen aufzunehmen[3].

Hormontherapie und Stillen

Bei Frauen unter Hormontherapie muss das Risiko individuell abgewogen werden:

– Aromatase-Inhibitoren gelten als Kontraindikation für Schwangerschaft und Stillzeit[4].
– Bei Tamoxifen wird in Studien untersucht, ob eine Unterbrechung für bis zu zwei Jahre möglich ist[4].

Präventive Wirkung des Stillens

Es ist wichtig zu erwähnen, dass Stillen generell das Risiko einer späteren Brustkrebserkrankung senkt. Je länger eine Frau stillt, desto geringer ist ihr Risiko, später an Brustkrebs zu erkranken[5].

Fazit

Stillen trotz Brustkrebs ist in vielen Fällen möglich und kann sogar positive Auswirkungen haben. Eine enge Zusammenarbeit mit einem multidisziplinären medizinischen Team ist entscheidend, um die beste individuelle Lösung für Mutter und Kind zu finden[4]. Betroffene Frauen sollten ermutigt und unterstützt werden, ihre persönlichen Stillziele zu verfolgen, sofern dies medizinisch vertretbar ist.

Quellen:


[1] Brustkrebs und Stillen – Still-Lexikon https://www.still-lexikon.de/brustkrebs-und-stillen/


[2] Weitere Studie bestätigt: Stillen schützt vor Brustkrebs – Swissmom https://www.swissmom.ch/de/stillen/wissen-rund-ums-stillen/stillen-schuetzt-vor-brustkrebs-15424


[3] Brustkrebs in Schwangerschaft und Stillzeit | 2012 | Presse https://www.dggg.de/presse/pressemitteilungen-und-nachrichten/brustkrebs-in-schwangerschaft-und-stillzeit


[4] Neues ABM-Protokoll Nr. 34: Brustkrebs in der Stillzeit https://www.stillen-institut.com/de/neues-abm-protokoll-nr-34-brustkrebs-in-der-stillzeit.html


[5] Brustkrebs und Stillen: Sind Stillwunsch und Brustkrebs vereinbar? https://www.livella.de/blog/stillen/gesundheit/brustkrebs


[6] [PDF] Frauen ermutigen – Universitätsklinikum Schleswig-Holstein https://www.uksh.de/uksh_media/Dateien_Kliniken_Institute/L%C3%BCbeck%2BCampuszentrum/Frauenklinik_HL/Publikationen/Muras%2B2023%2B_%2BStillen%2Bnach%2BBrustkrebs-p-671858.pdf