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Biotech und Pharma in der Türkei

Die Biotechnologie-Branche in der Türkei hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht und zeigt ein dynamisches Wachstumspotenzial. Hier sind einige der wichtigsten Aspekte und Entwicklungen der Branche:

Wachstum und Investitionen

– Forschungs- und Entwicklungsintensität: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) in der Türkei haben sich zwischen 2002 und 2022 mehr als verdoppelt, von 0,5 % auf 1,3 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Dennoch liegt die Türkei damit unter dem OECD-Durchschnitt von 2,7 %[2].


– Internationale Investitionen: Internationale Unternehmen wie Pfizer haben bedeutende Investitionen in die türkische Biotechnologie getätigt. Pfizer eröffnete beispielsweise eine Anlage zur Herstellung des Pneumokokken-Konjugatimpfstoffs und hat mehrere Forschungs- und Entwicklungsprojekte in der Türkei durchgeführt[3].

Wichtige Akteure und Projekte

– Eryi?it T?bbi Cihazlar A?: Dieses Unternehmen ist ein führender türkischer Hersteller von Medizinprodukten und investiert seit 2003 auch in die Biotechnologie. Es betreibt mehrere Biotechnologielabors und führt Forschungs- und Entwicklungsprojekte in synthetischer Biologie durch[1].


– Maxicells und Chemgineering: Maxicells plant in Zusammenarbeit mit Chemgineering den Bau einer Blutplasma-Fraktionierungsanlage in der Türkei. Diese Anlage wird die erste ihrer Art im Land sein und soll die Türkei in der Produktion von Blutplasmaprodukten autark machen[4].

Herausforderungen und Marktbedingungen

– Preispolitik und Medikamentenverfügbarkeit: Die Türkei verwendet ein Referenzpreissystem für importierte Medikamente, was zu einer Diskrepanz zwischen dem realen Eurokurs und dem Pharma-Wechselkurs führt. Dies hat zu einer eingeschränkten Verfügbarkeit von importierten Medikamenten geführt und stellt eine Herausforderung für ausländische Lieferanten dar[5].


– Internationale Wettbewerbsfähigkeit: Obwohl die lokale Produktion etwa 90 % des mengenmäßigen Medikamentenbedarfs im Inland deckt, ist die internationale Wettbewerbsfähigkeit der türkischen Pharmaindustrie noch gering. Die Türkei belegte 2022 den 29. Platz bei den Pharmaexporten weltweit[6].

Zukunftsperspektiven

Die Türkei zeigt ein starkes Engagement für die Weiterentwicklung ihrer Biotechnologie-Branche. Mit der Unterstützung durch internationale Investitionen und der Verbesserung der F&E-Infrastruktur hat das Land das Potenzial, seine Position in der globalen Biotechnologie-Landschaft weiter zu stärken. Die Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf Preispolitik und internationale Wettbewerbsfähigkeit, müssen jedoch weiterhin adressiert werden, um das volle Potenzial der Branche auszuschöpfen.

Quellen:l


[1] Medizinische Geräte – Über uns | Eryigit T?bbi Cihazlar A? https://www.eryigit.com.tr/de/unternehmen/


[2] Türkei: Überblick zur Bildungs-, Forschungs https://www.kooperation-international.de/laender/asien/tuerkei/zusammenfassung/ueberblick-zur-bildungs-forschungs-und-innovationslandschaft-und-politik


[3] Pfizer – Invest in Türkiye https://www.invest.gov.tr/de/whyturkey/successstories/seiten/pfizer.aspx


[4] Chemgineering baut Plasmafraktionierungsanlage in der Türkei https://www.pharma-food.de/engineering-projekte/chemgineering-baut-plasmafraktionierungsanlage-in-der-tuerkei-774.html


[5] Rahmenbedingungen | Türkei | Pharmaindustrie, Biotechnologie https://www.gtai.de/de/trade/tuerkei/branchen/rahmenbedingungen-1792208


[6] Lokale Branchenstruktur | Türkei | Pharmaindustrie, Biotechnologie https://www.gtai.de/de/trade/tuerkei/branchen/lokale-branchenstruktur–1792150


[7] Lieferanten Biotechnologie Türkei – Europages https://www.europages.de/unternehmen/t%C3%BCrkei/biotechnologie.html