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Digitale Sprechstunden verbessern die Rate an optimaler Medikamentenversorgung

Patienten mit Herzinsuffizienz, einer Krankheit, von der weltweit mehr als 60 Millionen Menschen betroffen sind, erhalten nach 12 Wochen digitaler Konsultationen viermal häufiger die optimale Medikamentenkombination. Forscher aus fünf niederländischen Krankenhäusern, koordiniert vom Amsterdam UMC, fanden heraus, dass der Einsatz digitaler Konsultationen die Versorgung verbesserte und gleichzeitig die Patientenzufriedenheit aufrechterhielt. Diese Ergebnisse wurden heute in Nature Medicine veröffentlicht und gleichzeitig auf der Jahreskonferenz der European Society of Cardiology vorgestellt. 

„Während der COVID-Pandemie waren fast alle unsere Patienten plötzlich Patienten, die digital konsultiert wurden, und ehrlich gesagt hat das gut funktioniert, aber es gab auch Bedenken. Diese Bedenken brachten uns auf die Idee für diese Studie“, sagt Mark Schuuring, ehemaliger Kardiologe am Amsterdam UMC und jetzt Kardiologe am Medical Spectrum Twente. 

„Unser Programm misst die Qualität der Versorgung, indem es die Vorgehensweise des Arztes in der digitalen Konsultation mit den aktuellen Richtlinien vergleicht. Wir haben den digitalen Datenaustausch zwischen Patienten und Ärzten untersucht und beiden mehr Informationen gegeben. Das Programm ermutigt Ärzte und Pflegekräfte, eine Behandlung anzubieten, die den internationalen Richtlinien am nächsten kommt. Die Wirtschaft nutzt solche Programme in großem Umfang, aber im Pflegebereich sind sie noch nicht alltäglich“, ergänzt Schuuring. 

Die Forscher teilten 150 Patienten in zwei Gruppen ein. Eine folgte der digitalen Konsultationsstrategie und die andere dem traditionellen Behandlungspfad. Nach 12 Wochen maßen die Forscher dann, wie viele Patienten die optimale Medikamentenkombination erreicht hatten. Letztendlich erhielten 28 % der Teilnehmer an digitalen Konsultationen die optimale Kombination, im Vergleich zu nur 7 % der Patienten, die das traditionelle Behandlungspaket erhielten.

„Letztendlich haben wir gesehen, dass dies der Art und Weise, wie wir die Versorgung derzeit organisieren, überlegen ist, und dies wird durch die Daten belegt“, sagt Schuuring.

Die Forscher analysierten außerdem viele der Bedenken, die häufig im Zusammenhang mit der Nutzung digitaler Konsultationen geäußert werden. Dabei stellten sie keine Unterschiede hinsichtlich des Zeitaufwands, der Zufriedenheit oder – ganz entscheidend – der Lebensqualität der Patienten fest.