Chronischer Husten, dessen Symptome länger als acht Wochen anhalten, betrifft etwa einen von zehn Erwachsenen. Husten ist einer der häufigsten Gründe für die Inanspruchnahme medizinischer Versorgung in den Vereinigten Staaten, doch chronischer Husten ist schwer zu behandeln. Eine der größten Studien zu chronischem Husten und eine der ersten, die den Einsatz von Opioiden, die als hustenstillend gelten, zur Behandlung dieser Patienten untersuchte, hat ergeben, dass 20 Prozent der Patienten mit chronischem Husten ein Rezept für ein Hustenstillmittel mit Opioid erhielten.
Mit dem Ziel, die Opioidverschreibung bei chronischem Husten abzuschätzen und über alternative Behandlungsstrategien zu informieren, fand ein Forschungsteam unter der Leitung von Michael Weiner, MD, MPH, vom Regenstrief Institute und der Indiana University School of Medicine heraus, dass die Wahrscheinlichkeit für die Verschreibung eines Opioids bei chronischem Husten doppelt so hoch ist wie bei nicht-chronischem Husten.
Als opioidhaltige Hustenstiller gelten Arzneimittel mit Codein, Dihydrocodein oder Hydrocodon. Bei allen Opioiden besteht das Risiko einer Abhängigkeit.
Die Forscher untersuchten die elektronischen Gesundheitsakten von 23.210 Patienten, die über einen Zeitraum von etwa zwei bis vier Monaten mindestens dreimal wegen Husten von Ärzten untersucht wurden, sowie von 229.538 Patienten mit nicht chronischem Husten im Alter von 18 bis 85 Jahren. Die anonymisierten Daten wurden vom Indiana Network for Patient Care (INPC) bezogen, einem der ersten und größten klinischen Datenarchive des Landes. Es wurde vom Regenstrief Institute erstellt und wird vom Indiana Health Information Exchange (IHIE) verwaltet. Regenstrief Data Services ist der Verwalter der Daten für Forschungszwecke.
Für chronischen Husten gibt es keinen Diagnosecode, was die Verfolgung der Erkrankung auf individueller und Bevölkerungsebene erschwert.
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/17534666241259373
