Turbulenzen an den Aktienmärkten stehen im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Selbstmord: Eine bahnbrechende Studie analysiert 12 Millionen Todesfälle.
In einer kürzlich in Engineering veröffentlichten Studie hat ein Team chinesischer Forscher einen überraschenden Zusammenhang zwischen der Volatilität der Aktienmärkte und dem Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (MACEs) und Selbstmord entdeckt. Die Studie, in deren Rahmen über 12 Millionen Todesfälle in ganz China von 2013 bis 2019 analysiert wurden, liefert überzeugende Beweise dafür, dass der durch Börsenschwankungen verursachte psychische Stress schwerwiegende und unmittelbare gesundheitliche Folgen hat.
Die Studie mit dem Titel „Aktienvolatilität erhöht das Sterberisiko durch schwere kardiovaskuläre Ereignisse und Suizid: Eine Fall-Crossover-Studie mit 12 Millionen Todesfällen“ ist ein Weckruf für Investoren, politische Entscheidungsträger und die Gesundheitsgemeinschaft. Sie zeigt, dass sowohl steigende als auch sinkende tägliche Aktienrenditen mit einem erhöhten Sterberisiko durch schwere kardiovaskuläre Ereignisse und Suizid verbunden sind, wobei das Risiko bei Personen im Alter von 65 bis 74 Jahren, Männern und Personen mit niedrigerem Bildungsniveau am ausgeprägtesten ist.
Mithilfe eines zeitstratifizierten Fall-Crossover-Designs auf individueller Ebene untersuchten die Forscher die Auswirkungen der täglichen Aktienvolatilität, einschließlich der täglichen Renditen und der Schwankungen innerhalb eines Tages für drei Arten von Aktienindizes. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass ein Rückgang der täglichen Renditen um 1 % mit einem Anstieg des Sterberisikos von MACEs um 0,74 % bis 1,04 % und des Selbstmordrisikos um 1,77 % verbunden ist. Ebenso entsprechen ein Anstieg der täglichen Renditen und der Schwankungen innerhalb eines Tages einem Risikoanstieg von 0,57 % bis 0,85 % bzw. 0,67 % bis 0,77 %.
Aktienmärkte sind für das Wirtschaftswachstum von entscheidender Bedeutung, da sie als Plattformen für Kapitalbeschaffung und Vermögensbildung dienen. Die diesen Märkten innewohnende Volatilität kann jedoch zu erheblichen psychischen Belastungen bei Anlegern führen. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass der Stress durch die Volatilität der Aktienmärkte nicht nur ein finanzielles Problem ist, sondern ein Problem der öffentlichen Gesundheit, das sofortiger Aufmerksamkeit bedarf.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit gezielter Gesundheitserziehung und psychischer Unterstützung, insbesondere in Zeiten der Marktinstabilität. Sie fordert auch Aufklärungskampagnen von Regierung und Öffentlichkeit, um die mit der Volatilität der Aktienmärkte verbundenen kardiovaskulären und psychischen Gesundheitsrisiken zu mindern.
