Lungenhochdruck ist eine sehr schwere Erkrankung, die bei vielen Patienten zu Herzversagen und Tod führt. Auf der Suche nach neuen Behandlungsmöglichkeiten testete ein Team um Prof. Daniela Wenzel und Dr. Alexander Seidinger vom Lehrstuhl für Systemphysiologie der Ruhr-Universität Bochum den Pflanzenstoff FR900359 – von den Forschenden kurz FR genannt. Er unterscheidet sich von bisher verwendeten Wirkstoffen dadurch, dass er an einer anderen Stelle im Signalweg ansetzt, der zu Lungenhochdruck führt. Dadurch hemmt er gleichzeitig zahlreiche Faktoren, die zu einer Gefäßverengung in der Lunge führen. „In unseren Experimenten entspannte FR die Gefäße schnell und effektiv und erzielte einen guten therapeutischen Effekt“, schildert Alexander Seidinger, Erstautor der Studie, die Erkenntnisse. Die Ergebnisse wurden am 8. Juli 2024 im Fachjournal EMBO Molecular Medicine veröffentlicht.
Was verursacht pulmonale Hypertonie
In der Lunge ist der Blutdruck normalerweise deutlich niedriger als im Rest des Körpers. Lungenhochdruck entsteht, wenn sich die Blutgefäße in der Lunge zusammenziehen und die glatte Muskelschicht, die diese Gefäße umgibt, dicker wird. Die Krankheit belastet die rechte Herzhälfte ständig, da sie deutlich mehr Kraft braucht, um das Blut durch die Lunge zu pumpen. Das Herz vergrößert sich und kann schließlich aufgrund der Überlastung versagen. „Die Ursachen für Lungenhochdruck liegen oft im Dunkeln“, betont Alexander Seidinger.
