Ein internationales Forscherteam hat eine Methode zur Identifizierung der Zellen des Immunsystems demonstriert, die Krebszellen in Proben von 9 von 10 Patienten erkennen und bekämpfen können, die an der seltenen, aber aggressiven Form von Hautkrebs, dem Merkelzellkarzinom, leiden. Die Forschungsergebnisse wurden im Journal of Clinical Investigation veröffentlicht und könnten möglicherweise neue Formen der Immuntherapie bei der Behandlung von Menschen mit Merkelzellkarzinom eröffnen.
Das Forschungsprojekt wurde von einem internationalen Forscherteam von Universitäten und Krankenhäusern in den USA, Deutschland und Dänemark durchgeführt und von Professor Sine Reker Hadrup von der DTU geleitet.
Die Forscher haben die Elemente des Merkelzell-Polyomavirus, sogenannte Epitope, identifiziert, die von den T-Zellen des Immunsystems erkannt werden können. Das Merkelzell-Polyomavirus ist direkt an der Entwicklung von Merkelzellkrebs beteiligt. Normalerweise ist das Immunsystem in der Lage, diese Epitope zu erkennen und zu besiegen, aber insbesondere bei älteren und immungeschwächten Patienten ist diese Reaktion beeinträchtigt. In Studien haben Forscher gezeigt, dass die Fähigkeit der Patienten, eine Immunreaktion gegen diese Elemente aufzubauen, bestimmt, wie wirksam die Immuntherapie bei der Behandlung ihres Hautkrebses ist.
In den Studien verwendeten die Forscher ein bekanntes Behandlungsprinzip, bei dem ein Kanal im Immunsystem blockiert wird, die sogenannte Immuncheckpoint-Blockade. Das Behandlungsprinzip wurde 2018 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet und ist heute eine weit verbreitete Behandlungsstrategie für viele Krebsarten. Die Behandlung beinhaltet die Blockierung des sogenannten PD1-Rezeptors – einer Struktur, die normalerweise die T-Zellen des Immunsystems nach einer Infektion im Körper verlangsamt.
Stärkung des körpereigenen Immunsystems
In den Laborexperimenten entnehmen die Forscher T-Zellen von Patienten und mischen sie mit einer Nanostruktur, die sie so konzipiert haben, dass sie die T-Zellen des Immunsystems gegen genau die Elemente des Merkelzell-Polyomavirus stimuliert, die an der Krebsentstehung beteiligt sind. Auf diese Weise können die Forscher eine große Anzahl der T-Zellen erzeugen, die in der Lage sind, Krebszellen abzutöten. Die Methode basiert auf einer von der DTU patentierten Technologie – einer Expansionsstrategie für T-Zellen – die von Sine Reker Hadrup entwickelt wurde.
„In der Studie zeigen wir, dass die Expansionsstrategie für Immunzellen, die Merkelzellkrebs bekämpfen können, für Menschen mit dieser Krebsart relevant ist. Wir haben einige molekulare Strukturen entworfen, die eine Reihe verschiedener Moleküle enthalten, die die Reaktion des Immunsystems aktivieren können, die die Krebszellen besiegen kann“, sagt Sine Reker Hadrup.
https://www.jci.org/articles/view/177082
