Eine transkatheterale Mitralklappen-Edge-to-Edge-Repair (M-TEER) kann eine schwere hämolytische Anämie bei Patienten mit rezidivierender Mitralklappeninsuffizienz nach vorangegangener chirurgischer Rekonstruktion erfolgreich behandeln. Das zeigt ein Fallbericht aus Deutschland, der in JACC: Case Reports veröffentlicht wurde.
Eine 78-jährige Patientin stellte sich mit zunehmender Atemnot und schwerer hämolytischer Anämie vor. Sie hatte zuvor eine operative Mitralklappenrekonstruktion mit Anuloplastie erhalten. Die Echokardiografie ergab eine schwere exzentrische valvuläre Mitralklappeninsuffizienz (MR) durch Prolaps des anterioren Segels. Der hochgeschwindige Regurgitationsjet traf direkt auf den Anuloplastie-Ring und verursachte durch Scherkräfte die mechanische Hämolyse.
Aufgrund des hohen operativen Risikos entschieden sich die Ärzte für eine kathetergestützte Edge-to-Edge-Repair (MitraClip-Verfahren). Nach dem Eingriff reduzierte sich die Mitralklappeninsuffizienz auf ein mildes Ausmaß. Die hämolytische Anämie bildete sich vollständig zurück.
Hämolytische Anämien nach chirurgischer Mitralklappenrekonstruktion sind selten, aber potenziell lebensbedrohlich. Sie werden meist mit paravalvulären Lecks in Verbindung gebracht. Der vorliegende Fall zeigt jedoch, dass auch eine valvuläre Rezidivinsuffizienz mit hochgeschwindigem Jet mechanische Hämolyse auslösen kann, wenn der Jet auf das Fremdmaterial des Anuloplastie-Rings trifft.
Die Autoren um Jinny Scheffler (Ulm) betonen, dass bei Patienten mit hohem chirurgischem Risiko die transkatheterale Edge-to-Edge-Repair eine sichere und effektive minimalinvasive Therapieoption darstellt, um sowohl die Klappeninsuffizienz als auch die damit verbundene Hämolyse zu behandeln.
Der Fall unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen echokardiografischen Abklärung bei postoperativer hämolytischer Anämie und erweitert das Spektrum der möglichen Ursachen über paravalvuläre Lecks hinaus.
Originalpublikation:
„Mitral Edge-to-Edge Repair Resolves Hemolytic Anemia After Surgical Mitral Valve Repair“
Jinny Scheffler et al.
JACC: Case Reports, online 9. April 2026
DOI: 10.1016/j.jaccas.2026.02.011 (erschienen online)
