Ein interdisziplinäres Team hat ein standardisiertes Ausbildungssystem für chirurgische Pharmazeuten entwickelt, das auf enger Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern basiert. Das Modell soll die pharmazeutische Versorgung im Operationssaal und auf chirurgischen Stationen deutlich verbessern.
Die Studie, die in der Fachzeitschrift Journal of the Formosan Medical Association (2026) erschienen ist, beschreibt die Entwicklung und Implementierung eines strukturierten Trainingsprogramms für klinische Pharmazeuten in der Chirurgie. Ziel ist es, Apotheker besser auf die spezifischen Anforderungen in der perioperativen Medizin vorzubereiten – von der präoperativen Medikationsoptimierung über die intraoperative Unterstützung bis hin zur postoperativen Schmerz- und Infektionstherapie.
Das Programm umfasst theoretische Module, praktische Schulungen im OP-Umfeld und regelmäßige interprofessionelle Fallbesprechungen mit Chirurgen, Anästhesisten und Pflegekräften. Besonderer Wert wird auf Kompetenzen in den Bereichen Antibiotika-Stewardship, Gerinnungsmanagement, Schmerztherapie und Umgang mit Hochrisiko-Medikamenten gelegt.
Die Autoren betonen, dass eine enge Physician–Pharmacist Collaboration zu messbaren Verbesserungen in der Patientensicherheit führen kann, darunter Reduktion von Medikationsfehlern, optimierte Antibiotikagabe und besseres perioperatives Medikationsmanagement.
Das neue Ausbildungssystem ist modular aufgebaut und soll als Blaupause für Krankenhäuser in China und anderen Ländern dienen. Es adressiert die bisherige Lücke in der spezialisierten Weiterbildung von Pharmazeuten für den chirurgischen Bereich.
Die Studie mit dem Titel „Establishing a standardized training system for surgical pharmacists based on physician–pharmacist collaboration“ unterstreicht die wachsende Bedeutung interprofessioneller Teams in der modernen Krankenhausmedizin.
Originalpublikation:
Journal of the Formosan Medical Association, 2026
DOI: 10.1016/j.jfma.2026.7785 (erschienen online)
