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Müttersterblichkeit weltweit weiter rückläufig

Die Zahl der weltweiten Müttersterbefälle ist bis 2023 auf 240.000 gesunken. Dennoch bleibt der Rückgang in vielen Ländern unzureichend, und mehr als 100 Staaten verfehlen das globale Ziel der Vereinten Nationen. Neue Schätzungen des Global Burden of Disease (GBD) 2023 zeigen, dass der Fortschritt bei der Senkung der Müttersterblichkeit seit 2015 deutlich langsamer verläuft als in den Jahren davor.

Langsamer Rückgang seit 2015

Zwischen 1990 und 2023 sank die globale Müttersterblichkeitsrate (Maternal Mortality Ratio, MMR) von 321 auf 191 Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten – ein Rückgang um mehr als ein Drittel. Zwischen 2000 und 2015 lag die jährliche Reduktion bei fast drei Prozent. Seit 2015 hat sich das Tempo jedoch auf durchschnittlich nur 0,5 Prozent pro Jahr verlangsamt. In einigen Ländern stieg die Rate sogar wieder an.

Die höchsten Müttersterblichkeitsraten 2023 wurden in Teilen Subsahara-Afrikas, der Karibik und Ozeaniens verzeichnet. Besonders betroffen waren Liberia (1.210), die Zentralafrikanische Republik (865), Haiti (819), Eritrea (768) und Sierra Leone (762). Die meisten Todesfälle konzentrierten sich auf Nigeria, Indien, die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien und Pakistan.

Vorbeugbare Ursachen dominieren

Mehr als 40 Prozent der Müttersterbefälle weltweit gehen auf mütterliche Blutungen und hypertensiv bedingte Schwangerschaftserkrankungen zurück. Diese Ursachen gelten als weitgehend vermeidbar durch besseren Zugang zu qualitativ hochwertiger Schwangerschaftsvorsorge, sicherer Entbindung und Notfallversorgung. In vielen Hochlastregionen fehlen jedoch ausreichende Daten und funktionierende Gesundheitssysteme, um Fortschritte gezielt zu steuern.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Während der Pandemie kam es in einigen Regionen zu vorübergehenden Anstiegen der Müttersterblichkeit, vor allem durch COVID-19-Infektionen bei Schwangeren. Betroffen waren insbesondere Teile Lateinamerikas, der Karibik, Mittel- und Osteuropas sowie Zentralasiens. In den meisten Ländern kehrten die Raten nach 2021 jedoch zu den Vorpandemie-Trends zurück.

Fazit

Trotz langfristiger Erfolge bei der Senkung der Müttersterblichkeit bleibt die Welt weit vom SDG-Ziel 3.1 entfernt, das bis 2030 eine Rate von unter 70 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten vorsieht. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit stärkerer Investitionen in Gesundheitssysteme, verbesserte Versorgung vor, während und nach der Schwangerschaft sowie den Ausbau von Daten- und Überwachungssystemen – besonders in den am stärksten betroffenen Regionen. Mit weniger als fünf Jahren bis zum Zieljahr 2030 ist eine Beschleunigung der Maßnahmen dringend erforderlich. Die nächste analytica findet 2028 statt.

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