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Merck und Promega treiben Organoid-Technologie voran – Impulse für die Wirkstoffentwicklung auf der analytica 2026

Die strategische Partnerschaft zwischen Merck und Promega zur Weiterentwicklung von 3D-Zellkulturen und Organoiden bildete eines der zentralen Themen im Umfeld der Organoid-Forschung auf der analytica 2026. Die im November 2025 angekündigte Zusammenarbeit stand in engem Zusammenhang mit der Keynote-Session „The Future of Biology in a Dish“ und unterstrich das steigende Interesse der Branche an physiologisch relevanten Modellen für die personalisierte Medizin und die Arzneimittelforschung.

Zusammenarbeit bei Echtzeit-Analyse in 3D-Modellen

Merck und die US-amerikanische Promega Corporation haben vereinbart, gemeinsam neuartige Assays und Reportertechnologien zu entwickeln. Das Ziel ist die Echtzeit-Verfolgung der Zellaktivität in Organoiden – dreidimensionalen Mini-Organen aus patienteneigenen Stamm- oder Tumorzellen. Merck bringt seine Expertise in den Bereichen Organoide und synthetische Chemie ein, Promega steuert seine Assay- und Reportertechnologien bei. Die Kombination soll Hochdurchsatz-Screening ermöglichen und Forschenden helfen, schneller sicherere und wirksamere Wirkstoffkandidaten für komplexe Erkrankungen wie Krebs zu identifizieren. Organoids ahmen biologische Prozesse im menschlichen Körper realistischer nach als herkömmliche zweidimensionale Zellkulturen und liefern physiologisch aussagekräftigere Ergebnisse.

Weitere Kooperation bei Proteininteraktionen

Zusätzlich haben beide Unternehmen eine Vereinbarung geschlossen, um die Duolink-Technologie von Merck mit der HiBiT-Technologie von Promega zu kombinieren. Dadurch sollen neue Workflows entstehen, die Proteininteraktionen innerhalb von Zellen detaillierter untersuchen und tiefere Einblicke in zelluläre Signalwege ermöglichen. Die Ansätze unterstützen sowohl die Erforschung biologischer als auch chemisch synthetisierter Wirkstoffe.

Erweiterung durch Akquisition von HUB Organoids

Die Partnerschaft baut auf der Übernahme des niederländischen Spezialisten HUB Organoids B.V. durch Merck im Dezember 2024 auf. HUB gilt als Pionier in der Organoid-Technologie und bringt Basispatente sowie ein umfangreiches Serviceangebot für die Erstellung fortgeschrittener 3D-Modelle und Hochdurchsatz-Screening ein. Die Akquisition hat Mercks Kompetenzen im Bereich Next-Generation Biology gestärkt und das Portfolio um patientenrelevante Organoid-Modelle erweitert.

Relevanz für die analytica 2026

Auf der analytica 2026 in München wurden solche industriellen Entwicklungen im Forum Biotech und in der begleitenden Conference intensiv diskutiert. Experten hoben hervor, wie Partnerschaften dieser Art die Skalierung, Automatisierung und Echtzeit-Analyse von Organoiden vorantreiben und den Übergang von der Grundlagenforschung in die translationale Anwendung beschleunigen. Viele Aussteller präsentierten kompatible Imaging-, Automatisierungs- und Software-Lösungen für die Arbeit mit 3D-Zellkulturen.

Fazit

Die Kooperation zwischen Merck und Promega sowie die Übernahme von HUB Organoids markieren einen wichtigen Schritt hin zu präziseren, patientennäheren und ethisch vertretbareren Modellen in der Wirkstoffentwicklung. Sie unterstreichen das große Potenzial von Organoiden, Tierversuche zu reduzieren, personalisierte Therapien zu ermöglichen und die Arzneimittelforschung insgesamt zu beschleunigen. Auf der analytica 2026 wurde deutlich, dass 3D-Zellkulturen zu den zentralen Zukunftstechnologien der Labor- und Biotechnik gehören. Die nächste analytica findet 2028 statt.

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