Eine länger andauernde Blockade der Straße von Hormus würde globale Lieferketten und Energiemärkte massiv belasten. Nach einer neuen Studie wären Exporte im Wert von bis zu 1,2 Billionen US-Dollar pro Jahr betroffen, davon rund 800 Milliarden allein durch Energieprodukte wie Rohöl und Flüssiggas.
Besonders stark abhängig sind große asiatische Volkswirtschaften. China importiert jährlich Waren im Wert von rund 97 Milliarden US-Dollar aus den fünf betroffenen Golfstaaten Iran, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Kuwait und Bahrain. Es folgen Indien mit 74 Milliarden und Japan mit 63 Milliarden. In Europa sind vor allem Italien, Belgien und das Vereinigte Königreich stark exponiert.
Deutschland weist mit direkten Importen von rund 5,7 Milliarden US-Dollar eine vergleichsweise geringe Abhängigkeit auf. Die eigentliche Verwundbarkeit liege jedoch in indirekten Effekten durch steigende Energiepreise, die besonders energieintensive Branchen wie die chemische Industrie treffen würden.
Die Auswirkungen hängen maßgeblich von der Dauer der Blockade ab. Kurze Störungen bis zu zwei Wochen könnten weitgehend abgefedert werden. Bei einer Unterbrechung von mehr als vier Wochen käme es jedoch zu Kettenreaktionen mit Verzögerungen im Schiffsverkehr und höheren Kosten. Die Studie empfiehlt eine rasche Deeskalation, bessere Vorsorge und transparente Kommunikation, um Marktunsicherheiten zu vermeiden.
Die Analyse „When the Strait Closes“ wurde vom Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) in Zusammenarbeit mit dem Complexity Science Hub (CSH) und der TU Delft erstellt.
Die Informationen stammen aus einer Studie des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) vom 19. März 2026.
