Das US-Unternehmen VolitionRx Limited hat erstmals zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) mit einer Reinheit von über 99 Prozent aus Blutplasma isoliert und analysiert. Die neue Technologie mit dem Namen Capture-Seq soll die Früherkennung von Krebs und die Überwachung von Minimal Residual Disease (MRD) erheblich verbessern.
Das größte Hindernis bei Liquid-Biopsie-Verfahren war bisher, dass der überwiegende Teil der zirkulierenden DNA aus gesunden Zellen stammt. Volition hat dieses Problem gelöst, indem es CTCF-gebundene DNA nutzt. In gesundem Plasma ist diese DNA praktisch nicht vorhanden, bei Krebspatienten stammt sie nahezu vollständig aus Tumorzellen.
Das Verfahren besteht aus zwei Schritten: einer physikalischen Anreicherung der Probe und einer bioinformatischen Entfernung verbliebener gesunder DNA-Sequenzen. Dadurch entstehen nahezu reine Tumordna-Datensätze. Die Technologie richtet sich auf eine breite Palette potenzieller Biomarker und eignet sich sowohl für die Multi-Krebs-Früherkennung (MCED) als auch für die MRD-Überwachung.
In ersten Kohorten zeigte die Methode keine falsch-positiven Ergebnisse und erkannte in einer Gruppe 49 von 49 Krebserkrankungen, darunter 23 frühe Stadien. In einer zweiten verblindeten Kohorte wurden 13 von 14 späteren Stadien nachgewiesen. Weitere Validierungsstudien zu frühen Stadien laufen.
Das Unternehmen sieht ein adressierbares Marktvolumen von rund 36 Milliarden US-Dollar pro Jahr (23 Milliarden für MCED und 13 Milliarden für MRD). Es führt derzeit Gespräche mit führenden Diagnostikunternehmen, um die Technologie rasch zu kommerzialisieren.
Die aktualisierte wissenschaftliche Arbeit wurde zur Veröffentlichung auf dem Preprint-Server Research Square eingereicht. VolitionRx mit Sitz in Henderson (Nevada) entwickelt epigenetische Bluttests zur Früherkennung und Überwachung von Krebs und anderen Erkrankungen.
