Die Deutsche Krebshilfe fördert im Rahmen der Deutschen Allianz Pankreaskarzinom drei Forschungsverbünde mit insgesamt 33,5 Millionen Euro. Das von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen koordinierte Konsortium ONCOverse erhält davon 16,2 Millionen Euro, wovon 6,2 Millionen Euro an das Essener Team fließen.
Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) hat unter allen Krebserkrankungen die niedrigste Überlebensrate. Obwohl nur etwa vier Prozent der Krebsneuerkrankungen die Bauchspeicheldrüse betreffen, stellt er in Deutschland die viert häufigste krebsbedingte Todesursache dar.
Das Projekt „ONCOverse: Patientenzentrierte und intuitive Evidenzgenerierung für Bauchspeicheldrüsenkrebs“ unter Leitung von Prof. Dr. Jens Siveke vom Westdeutschen Tumorzentrum des Universitätsklinikums Essen und dem Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) entwickelt eine digitale Versorgungsplattform. Sie verknüpft Forschung und klinische Versorgung eng miteinander.
Patienten dokumentieren ihr Befinden, Ärzte erfassen Tumoreigenschaften, Therapien und Krankheitsverläufe. Alle Daten werden interoperabel aufbereitet und in einem umfassenden Datenraum zusammengeführt. Ziel ist es, mit modernen Analysemethoden – einschließlich Künstlicher Intelligenz – Muster zu erkennen, Therapieentscheidungen zu optimieren und Behandlungen präziser auf individuelle Tumor- und Patienteneigenschaften abzustimmen.
Die Plattform setzt auf kontinuierliche Datenerhebung aus dem realen Versorgungsalltag statt isolierter Studien. Betroffene sind von Beginn an eingebunden, um sicherzustellen, dass neue Versorgungsmodelle den Bedürfnissen der Patienten entsprechen. Langfristig soll die Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs verbessert werden.
Am ONCOverse-Konsortium beteiligt sind Universitätskliniken in Dresden, Essen, Halle (Saale), Hamburg-Eppendorf, Heidelberg, Kiel/Lübeck, Köln und Tübingen sowie die Technische Universität München. Weitere Kooperationspartner sind das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg, das Forschungszentrum Jülich, das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen sowie die Dutch Pancreatic Cancer Group in Amsterdam, Maastricht und Leiden.
