Reality (VR) zur Erläuterung dessen, was Patienten vor einem medizinischen Eingriff erwartet, dazu beitragen könnte, dass sie ihre Behandlung besser verstehen und ihre Angst reduzieren.
Die Forschungsergebnisse werden heute [Freitag, 13. März 2026] auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Urologie in London (EAU26) vorgestellt.
Patienten erhalten häufig vor ihrer Einwilligung zu einer Behandlung eine Informationsbroschüre mit wichtigen Informationen. Diese enthält Angaben zum Behandlungsablauf, zu Risiken und Nutzen, die sie anschließend mit ihrem Arzt besprechen können. Allerdings enthalten solche Broschüren oft Fachjargon und sind so verfasst, dass sie für die meisten Menschen schwer verständlich sind. Rund sechs von zehn Erwachsenen in England haben Schwierigkeiten, komplexe medizinische Informationen zu verstehen, was ihre Fähigkeit beeinträchtigt, eine fundierte Entscheidung über einen Eingriff zu treffen.
Eine neue Studie untersuchte den Einsatz von VR im Rahmen des Aufklärungsprozesses für eine Nierensteinbehandlung. Die Stoßwellenlithotripsie ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem hochenergetische Schallwellen Nierensteine ??in kleinere Fragmente zerkleinern. Während der VR-Erfahrung befanden sich die Patienten in einem virtuellen Operationssaal und sahen eine 3D-Demonstration des Eingriffs. Dabei wurde auf die Nieren gezoomt, um die Stoßwellen und ihre Wirkung auf die Nierensteine ??zu veranschaulichen. Die Patienten konnten sich im virtuellen Raum bewegen und ihre Anatomie sowie die chirurgischen Instrumente aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Die Animation hob die wichtigsten Risiken und Vorteile hervor.
Die Forscher verglichen mithilfe von Fragebögen das Befinden der Patienten vor und nach der Teilnahme an der VR-Anwendung. Nach der VR-Anwendung gaben die Patienten an, besser zu verstehen, was sie bei der Stoßwellenlithotripsie erwarten konnten. Sie fühlten sich auch weniger ängstlich vor dem Eingriff. Dieser Effekt war besonders ausgeprägt bei der ältesten Patientengruppe (65 Jahre und älter). Es gab keinen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Teilnehmern.
150 Personen im Alter von 22 bis 80 Jahren nahmen an der Studie im Universitätsklinikum Southampton teil. Die Studie war Teil des Aufklärungsprozesses vor einer geplanten Lithotripsie. Geleitet wurde sie von den Fachärzten für Urologie, Bhaskar Somani und Amelia Pietropaolo. Die Technologie wurde von Phoebe Reynolds, Direktorin des britischen Medizintechnikunternehmens Surgassists, entwickelt. Da ein Zusammenhang zwischen Angst, Verständnis und Schmerztoleranz bekannt ist, untersuchen die Forscher nun, ob die Einwilligung mithilfe von VR auch zur Schmerzlinderung beitragen kann.

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Phoebe Reynolds Surgassists

