Los Angeles (LabNews.io) – Eine groß angelegte Studie der Keck School of Medicine der University of Southern California (USC) hat erhebliche Unterschiede in frühen Alzheimer-assoziierten Hirnveränderungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen nachgewiesen. Das Team des USC Mark and Mary Stevens Neuroimaging and Informatics Institute (Stevens INI) fand in einer Untersuchung mit über 1.500 kognitiv unauffälligen oder leicht beeinträchtigten älteren Erwachsenen höhere Tau-Werte in wichtigen Gedächtnisregionen bei schwarzen und hispanischen Teilnehmern im Vergleich zu nicht-hispanischen weißen Teilnehmern – bereits vor der Ablagerung typischer Amyloid-Plaques.
Die Ergebnisse, die auf Daten der Health and Aging Brain Study–Health Disparities (HABS-HD) beruhen, wurden mit Hilfe moderner Tau-PET-Tracer erhoben. Während höhere Tau-Werte insgesamt mit schlechterer Gedächtnisleistung einhergingen, verstärkte sich dieser Zusammenhang bei nicht-hispanischen Weißen und Hispanics durch Amyloid-Ablagerungen – nicht jedoch bei schwarzen Teilnehmern. Dies deutet darauf hin, dass Gedächtnisveränderungen bei schwarzen Erwachsenen stärker von anderen Faktoren wie Gefäßgesundheit, Begleiterkrankungen, chronischem Stress oder sozialen Determinanten beeinflusst werden könnten.
Die Forschenden betonen, dass die meisten bisherigen Alzheimer-Studien überwiegend auf Daten nicht-hispanischer weißer Teilnehmer basieren und die beobachteten Muster nicht ohne Weiteres auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar sind. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit inklusiverer Forschungsansätze, um Biomarker präzise zu interpretieren und personalisierte Diagnostik sowie Prävention zu verbessern.
Zudem wiesen die Autoren darauf hin, dass einige beobachtete Unterschiede in den Tau-Werten teilweise durch Limitationen der Bildgebung selbst bedingt sein könnten, etwa durch unspezifische Signale in benachbarten Hirnregionen. Dies mache eine sorgfältige Validierung der Bildgebungstechniken in diversen Populationen erforderlich.
Die Studie wurde am 4. März 2026 in Alzheimer’s & Dementia veröffentlicht und von den National Institutes of Health gefördert. (LabNews.io)
