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Protein stoppt Wachstum des Malaria-Parasiten

Ein internationales Forschungsteam hat ein einzigartiges Protein entdeckt, das für das Überleben und die Übertragung des Malaria-Parasiten unerlässlich ist. Es handelt sich um die Aurora-related kinase 1 (ARK1), die als vielversprechendes neues Ziel für Antimalaria-Medikamente gilt.

In einer am 26. Februar 2026 in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichten Studie beschreiben Forscher der University of Nottingham, des National Institute of Immunology (NII) in Indien, der University of Groningen, des Francis Crick Institute und weiterer internationaler Partner, dass ARK1 als eine Art „Verkehrsleiter“ bei der ungewöhnlichen Zellteilung des Parasiten fungiert. Das Protein organisiert den Spindelapparat, der das genetische Material bei der Teilung auseinanderzieht.

Anders als bei menschlichen Zellen verläuft die Zellteilung beim Malaria-Parasiten Plasmodium atypisch und extrem schnell. Schalteten die Wissenschaftler ARK1 im Labor experimentell aus, konnten die Parasiten keine funktionsfähigen Spindeln mehr bilden. Die Replikation scheiterte, und die Parasiten waren weder im menschlichen Wirt noch in der Mücke zur vollständigen Entwicklung fähig – die Übertragung der Krankheit wurde somit unterbrochen.

„Der Name ‚Aurora‘ bezieht sich auf die römische Göttin der Morgenröte – und wir glauben, dass dieses Protein wirklich einen neuen Anfang in unserem Verständnis der Malaria-Zellbiologie markiert“, sagte Erstautor Dr. Ryuji Yanase von der School of Life Sciences der University of Nottingham.

Die Forscher betonten, dass der „Aurora“-Komplex des Parasiten stark von der menschlichen Version abweicht. „Diese Unterschiede sind ein riesiger Vorteil“, erklärte Professorin Rita Tewari. „Sie ermöglichen es potenziell, Medikamente zu entwickeln, die spezifisch ARK1 des Parasiten angreifen – ohne den Patienten zu schädigen.“

Malaria zählt weiterhin zu den tödlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Der Parasit vermehrt sich rasant im Menschen und in der Mücke. Ein besseres Verständnis seiner unkonventionellen Teilungsmechanismen sei entscheidend, um den Übertragungszyklus zu durchbrechen, hieß es.

Die Studie mit dem Titel „Plasmodium ARK1 regulates spindle formation during atypical mitosis and forms a divergent chromosomal passenger complex“ (DOI: 10.1038/s41467-026-69460-7) liefert eine detaillierte „Blaupause“ für zukünftige Wirkstoffentwicklungen.

Nature Communications

DOI

10.1038/s41467-026-69460-7 

Protein stoppt Wachstum des Malaria-Parasiten. Credits: National Institute of Allergy and Infectious Diseases
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