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Gallenblasenkrebs könnte bald im Blut nachgewiesen werden

Forscher der Tezpur-Universität in Assam, Indien, haben in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der University of Illinois Urbana-Champaign spezifische chemische Signaturen im Blut identifiziert, die eine frühere Erkennung von Gallenblasenkrebs ermöglichen könnten. Dies ist sowohl für Krebspatienten mit als auch ohne Gallensteine ??von Bedeutung, da diese beiden Gruppen häufig unterschiedliche Diagnoseverfahren erfordern.

Die im „ Journal of Proteome Research“ veröffentlichten Ergebnisse weisen auf spezifische Stoffwechselmuster hin, die Gallenblasenkrebs von gesunden Erkrankungen unterscheiden. Diese Forschung eröffnet somit einen möglichen Weg zu einem nicht-invasiven Screening für eine der tödlichsten gastrointestinalen Krebsarten.

Gallenblasenkrebs ist in den Vereinigten Staaten nach wie vor relativ selten. Jährlich erkranken etwa 12.000 Menschen daran, rund 2.000 sterben daran. Die Prognose ist ungünstig, da die Erkrankung oft erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt wird. Weltweit variiert die Häufigkeit stark, mit deutlich höheren Raten in Regionen wie dem nordindischen Bundesstaat Assam. Dort zählt Gallenblasenkrebs zu den häufigsten Krebsarten und wird aufgrund minimaler Frühsymptome und unzureichender Vorsorgeuntersuchungen oft erst spät diagnostiziert.

Die Studie wurde von Assistenzprofessor Pankaj Barah und Doktorandin Cinmoyee Baruah an der Universität Tezpur geleitet und umfasste ein interdisziplinäres, internationales Forschungsteam. Der Kooperationspartner Amit Rai aus Illinois leitete die computergestützte Metabolomanalyse, einen entscheidenden Schritt zur Interpretation komplexer Blutdaten.

„Sobald die Rohdaten generiert sind, besteht die eigentliche Herausforderung darin, sie biologisch zu interpretieren“, sagte Rai, Assistenzprofessorin am Institut für Pflanzenwissenschaften , das zum College für Agrar-, Verbraucher- und Umweltwissenschaften gehört . „Die korrekte Annotation von Metaboliten und die Analyse ihrer Muster ermöglichen es uns, von den Signalen in den Daten zu aussagekräftigen Erkenntnissen über Krankheitsmechanismen zu gelangen.“

Mithilfe fortschrittlicher Techniken analysierte das Team Blutproben von drei verschiedenen Gruppen: Gallenblasenkrebspatienten ohne Gallensteine, Krebspatienten mit Gallensteinen und Personen mit Gallensteinen, aber ohne Krebs. Die Forscher entdeckten Hunderte veränderter Stoffwechselprodukte (180 bei Krebspatienten ohne Gallensteine ??und 225 bei Krebspatienten mit Gallensteinen) und identifizierten in den Blutproben spezifische Marker mit hoher diagnostischer Genauigkeit für die jeweilige Erkrankung.

Viele der identifizierten Metaboliten standen in Verbindung mit Gallensäuren und Aminosäurederivaten, die bekanntermaßen eine Rolle bei der Tumorentstehung und -progression spielen. Rais Analyse trug dazu bei, überlappende metabolische Signale zu differenzieren und zu verdeutlichen, wie sich krebsbedingte Veränderungen je nach Gallensteinstatus der Patienten unterscheiden.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Veränderungen bestimmter Blutmetaboliten Gallenblasenkrebsfälle mit und ohne Gallensteine ??klar unterscheiden können. Dies eröffnet die Möglichkeit, einfache Bluttests zu entwickeln, die eine frühere Diagnose ermöglichen. Durch die Verknüpfung klinischer Pathologie mit fortgeschrittener Metabolomik trägt die Arbeit laut den Forschern dazu bei, die Kluft zwischen Laborforschung und praktischer Diagnostik zu überbrücken – ein wesentlicher Schritt hin zu Früherkennung und Behandlung“, so Barah.

„Die Identifizierung von Stoffwechselmarkern im Blut bietet einen praktischen Weg zu einer früheren Diagnose und einer fundierteren klinischen Entscheidungsfindung“, sagte Studienmitautor Subhash Khanna, gastrointestinaler Chirurg am Swagat Super Speciality and Surgical Hospital in Indien.

Die Studie mit dem Titel „Untargeted serum metabolomics reveals differential signatures in gallstone-associated and gallstone-free gallbladder cancer variants“ wurde im Journal of Proteome Research veröffentlicht [DOI: 10.1021/acs.jproteome.5c00403 ].

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