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Weltweite Reaktionen auf die Vorstellung der Donut Lab Battery

Die Vorstellung der „Donut Battery“ durch das finnische Startup Donut Lab auf der CES 2026 in Las Vegas hat die globale Elektromobilitäts- und Batteriebranche in Aufruhr versetzt. Das Unternehmen präsentierte im Januar 2026 die weltweit erste serienreife All-Solid-State-Batterie (festkörperbasiert) für Produktionsfahrzeuge – mit spektakulären Angaben: 400 Wh/kg Energiedichte, Vollladung in fünf Minuten, bis zu 100.000 Ladezyklen, günstiger als Lithium-Ionen und bereits in Gigawattstunden-Produktion verfügbar. Die Batterie treibt seit Q1 2026 die Elektromotorräder der Marke Verge TS Pro an.

Die Reaktionen sind extrem polarisiert: Während Tech-Medien und EV-Enthusiasten von einem potenziellen Game-Changer sprechen, überwiegt in Fachkreisen und bei etablierten Herstellern massive Skepsis bis hin zu offenen „Scam“-Vorwürfen.

Positive und enthusiastische Stimmen

  • Medien und Influencer: Outlets wie Top Gear („getting excitingly real“), Supercar Blondie und Tim Stevens (Substack: „most significant product I’ve ever covered at CES“) feierten die Ankündigung als möglichen Durchbruch. YouTube-Kanäle und EV-Communities (z. B. Reddit/r/electricvehicles) diskutierten intensiv die Implikationen für Reichweite, Ladeinfrastruktur und Kostenreduktion.
  • Branchenbeobachter: Einige Experten sehen in der Integration in ein reales Serienprodukt (Verge-Motorräder) einen echten Fortschritt gegenüber reinen Lab-Claims vieler Konkurrenten (z. B. QuantumScape, Solid Power). Die schnelle Verfügbarkeit und der Verzicht auf geostrategisch sensible Rohstoffe wurden gelobt.
  • Donut Lab selbst: CEO Marko Lehtimäki betonte in Interviews und Videos die reale Welt-Tauglichkeit und skalierbare Produktion.

Skeptische und kritische Reaktionen

  • Experten und Konkurrenz: Vertreter großer Batteriehersteller (u. a. CATL) nannten die Spezifikationen „physikalisch unmöglich“ oder „widersprüchlich“ – insbesondere die Kombination aus hoher Energiedichte, extremer Schnellladung und 100.000 Zyklen. Ein chinesischer Experte sprach von „zu früh für Industrialisierung“ und übertriebener Hype.
  • Fachmedien: Electrek („miracle battery … but there’s a catch“), The Autopian („raises more questions than answers“), InsideEVs und CleanTechnica berichteten von „frenzy of response“, Skepsis und der Notwendigkeit unabhängiger Beweise. Viele wiesen auf fehlende vollständige Validierung hin (z. B. keine verifizierten Gewichts-/Dimensionsdaten in frühen Tests).
  • Online-Community: Auf Plattformen wie Reddit, Hacker News und YouTube dominierten Debatten mit Titeln wie „Scam?“, „100,000 cycle scam?“ oder „I Donut Believe“. Einige Nutzer lobten die Transparenz-Kampagne, andere warfen Donut Lab Clickbait und mangelnde wissenschaftliche Tiefe vor.

Aktuelle Entwicklung: Unabhängige Tests als Wendepunkt

Seit dem 20. Februar 2026 veröffentlicht Donut Lab unter dem Motto „I Donut Believe“ (eine ironische Anspielung auf die Zweifel) schrittweise unabhängige Messergebnisse des finnischen VTT Technical Research Centre. Der erste Bericht (23. Februar) bestätigte beeindruckende Ladeleistungen: 0–80 % in 4,5 Minuten bei 11C-Rate (mit Kühlkörpern), Vollladung in ca. 7 Minuten bei 5C, stabile Temperaturen bis max. 63 °C ohne aktive Kühlung. Weitere Tests zu Energiedichte, Zyklenfestigkeit und Sicherheit sollen folgen.

Die Reaktionen auf diese ersten Daten sind gemischt: Positiv („legitimately impressive charging“ bei Electrek), aber auch weiterhin skeptisch („raises more questions“, z. B. fehlende Kapazitäts-/Gewichtsverifizierung). Die Debatte tobt weiter – von Euphorie über vorsichtigen Optimismus bis zu anhaltendem Misstrauen.

Fazit: Die Donut Lab Battery hat die Branche aufgerüttelt wie selten ein Startup. Ob es sich um den lang ersehnten Solid-State-Durchbruch handelt oder um überzogenen Hype, werden die kommenden vollständigen VTT-Reports entscheiden. Die weltweite Aufmerksamkeit ist enorm – und die Spannung bleibt hoch.

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