Eine in der Fachzeitschrift International Journal of Molecular Sciences veröffentlichte Studie hat erstmals umfassend gezeigt, dass die Konzentration des Wasserstoff-Isotops Deuterium die Genexpression in Lungenadenokarzinom-Zellen signifikant beeinflusst. Das ungarische Unternehmen HYD LLC for Cancer Research and Drug Development wertet die Ergebnisse als Bestätigung seiner seit über 30 Jahren vertretenen These, dass Deuterium-depletiertes Wasser (DDW) als unterstützende Maßnahme bei Krebstherapien wirken kann.
Die Untersuchung analysierte die Aktivität von 87 Genen in menschlichen Lungenkrebszellen unter verschiedenen Deuterium-Konzentrationen (40 ppm bis 300 ppm). Bei niedrigen Deuterium-Werten (wie in DDW) wurden Gene unterdrückt, die mit Zellproliferation, Überlebensmechanismen und Medikamentenresistenz assoziiert sind – darunter MYCN, ETS2 und ABCB1. Bei höheren Deuterium-Konzentrationen (deuteriertes Wasser) stieg die Expression onkogener und überlebensfördernder Signalwege wie EGFR, CTNNB1, STAT3 und CD44 an. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Deuterium als epigenetischer Regulator wirkt und Schwellenwerte für die Aktivierung von Zellteilung beeinflusst.
HYD LLC, gegründet 1993, forscht seit Jahrzehnten zu Deuterium-Depletion und vertreibt DDW-Produkte als ergänzende Intervention. Das Unternehmen verweist auf frühere Beobachtungen: In Zellkulturen und Tiermodellen hemmte DDW Zellwachstum, während höhere Deuterium-Level es förderten. Eine retrospektive Analyse von 2.649 Krebspatienten, die DDW zusätzlich zu konventionellen Therapien erhielten, zeigte eine Reduktion der Krebssterblichkeit um bis zu 80 Prozent. Die neue Genexpressionsstudie erkläre diese Effekte nun mechanistisch: DDW blockiere gleichzeitig Hunderte krebsassoziierter Gene und verstärke möglicherweise die Wirkung zielgerichteter Krebstherapien.
Das Unternehmen sieht in der Deuterium-Modulation ein neuartiges therapeutisches Prinzip auf sub-molekularer Ebene und plant die Weiterentwicklung zu klinischen Studien der Phasen II/III sowie Kooperationen mit Pharmaunternehmen. HYD LLC betreibt eine GMP-zertifizierte Produktionsanlage für DDW und organisiert den 5. Internationalen Kongress zur Deuterium-Depletion (ICDD2026) am 22./23. April 2026 in Budapest.
Objektive Bewertung
Die publizierte Studie liefert erstmals detaillierte Genexpressionsdaten zu Deuterium-Einflüssen in Krebszellen und stützt die Hypothese, dass Deuterium-Konzentrationen zelluläre Signalwege modulieren können. Die beobachteten Effekte auf onkogene und Resistenz-Gene sind interessant und konsistent mit früheren Zell- und Tierversuchen von HYD LLC. Die Arbeit ist methodisch solide und offen zugänglich.
Kritisch zu sehen ist jedoch der Kontext: Die Studie stammt aus dem Umfeld von HYD LLC, und der Lead-Autor Gábor Somlyai ist Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens. Unabhängige Replikationen durch andere Labore fehlen bisher. Die klinischen Behauptungen (z. B. 80-prozentige Sterblichkeitsreduktion bei 2.649 Patienten) basieren auf retrospektiven, nicht-randomisierten Beobachtungsdaten ohne Kontrollgruppen und sind daher anfällig für Bias und Confounding. Prospektive, randomisierte klinische Studien zur Wirksamkeit von DDW als Krebstherapie oder -prävention existieren nicht. Die Evidenzlage bleibt vorläufig und weit entfernt von einer etablierten Therapieempfehlung. Die Ergebnisse rechtfertigen weitere Grundlagenforschung, sollten aber nicht als Beweis für klinische Überlegenheit missverstanden werden. In der Onkologie gelten evidenzbasierte Standards; hier fehlen Phase-III-Daten und unabhängige Bestätigungen.
Originalartikel
Csonka, G.I.; Papp, A.; Somlyai, I.; Somlyai, G.: Gene Expression Patterns in Lung Adenocarcinoma Cells in Response to Changes in Deuterium Concentration. International Journal of Molecular Sciences 2025, 26, 10969. DOI: 10.3390/ijms262210969 (Open Access: https://doi.org/10.3390/ijms262210969)
