Steven Wang, CEO von Venture for Canada, einer nationalen Non-Profit- und Charity-Organisation, die Kanadier mit unternehmerischen Fähigkeiten, Mindset und Chancen in einer KI-gestützten Innovationswirtschaft ausstattet, wurde am 10. Februar 2026 vor dem Ständigen Senatsausschuss für Auswärtige Angelegenheiten und Internationalen Handel in Ottawa angehört. Im Rahmen der Studie zu Kanadiern im Ausland betonte Wang die strategische Bedeutung der kanadischen Diaspora für nationale Resilienz, Wirtschaftswachstum und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Wang wies darauf hin, dass Kanada vor geopolitischer Unsicherheit, wirtschaftlichem Wandel und sinkender Produktivität steht. Ohne koordinierte Strategie drohe das Land eines seiner wertvollsten Potenziale zu verschenken: über vier Millionen Kanadier leben und arbeiten im Ausland. Viele von ihnen seien bereit, sich einzubringen, doch es fehle an nachhaltigen Strukturen, um ihr Wissen, ihre Netzwerke und ihr Kapital gezielt für Kanada zu nutzen.
Er plädierte für einen Paradigmenwechsel vom „Brain Drain“ hin zu „Talent Circulation“: Statt Abwanderung als Verlust zu sehen, sollte Kanada Diaspora-Netzwerke als Brücke nutzen. Kanadier im Ausland könnten Unternehmen bei der globalen Expansion helfen – etwa durch lokales Wissen, kulturelle Kompetenz und Zugang zu Märkten und Kapital – insbesondere vor dem Hintergrund der Diversifizierung des Handels.
Wang hob zudem das wachsende Interesse global mobiler Kanadier an Entrepreneurship durch Acquisition hervor: Statt Neugründungen übernehmen sie bestehende kleine und mittlere Unternehmen (KMU), modernisieren sie und bringen internationale Erfahrung ein – ein Ansatz, der besonders bei Nachfolgeproblemen in Familienbetrieben hilft.
Er forderte drei Prioritäten für eine nationale Diaspora-Strategie: bessere Koordination fragmentierter Initiativen, eine mission-driven Ausrichtung mit konkreten Zielen (Produktivitätssteigerung, Handelsdiversifizierung, verantwortungsvolle Innovation) und klare Rückkehr- und Beitragspfade.
Venture for Canada unterstützt diese Vision durch Programme, die junge Kanadier mit Gründern und KMU vernetzen, Mentoring fördern und die Debatte über die Zukunft der Arbeit in der KI-Ära mitgestalten. Die Einladung vor den Senatsausschuss unterstreicht die wachsende Rolle der Organisation in nationalen Diskussionen zu Unternehmertum, Talententwicklung und Kanadas Position in der globalen Wirtschaft.
