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Neuer Sprachbiomarker könnte klinische Studien bei Schizophrenie erheblich verbessern

Baton Rouge. Forscher haben einen vielversprechenden Sprachbiomarker identifiziert, der die Effizienz klinischer Studien bei Schizophrenie steigern könnte. Durch Messung der Sprechlatenz – der Zeit zwischen Frage und Antwort in standardisierten Interviews – lassen sich Teilnehmer mit hoher Placebo-Reaktion erkennen und ausschließen. Dadurch verbessern sich die statistischen Ergebnisse dramatisch.

In einer Phase-3-Studie mit dem Antipsychotikum Brilaroxazin (RP5063) wurde die Sprechlatenz aus Screening-Interviews von 406 Patienten aus drei Ländern und acht Sprachen analysiert. Die Ergebnisse, veröffentlicht in Biological Psychiatry, zeigen: Nach Ausschluss der Patienten mit kurzer Sprechlatenz (hohe Placebo-Wahrscheinlichkeit) stieg der Behandlungs-Placebo-Unterschied um das Zwei- bis Dreifache.

Die Sprechlatenz ist ein objektives Maß für verbale Reaktionszeit, das kognitive, soziale und motivationale Faktoren widerspiegelt. Längere Pausen deuten auf Störungen neuronaler Schaltkreise hin, die für die Umsetzung von Gedanken in Sprache zuständig sind. Der Biomarker ist einfach aus Audioaufnahmen psychiatrischer Interviews zu extrahieren und unabhängig von Sprache oder Kultur.

„Die Methode kann Kosten und Aufwand klinischer Studien senken und das Risiko von Fehlschlägen verringern“, erklärt Studienleiter Alex S. Cohen von der Louisiana State University. Durch gezielte Selektion der Teilnehmer steige die Wahrscheinlichkeit, echte pharmakologische Effekte zu messen.

Die Forscher sehen Potenzial für eine breitere Anwendung in der Neuropsychiatrie, um heterogene Studienpopulationen zu vermeiden und die Entwicklung neuer Therapien zu beschleunigen.

Verifizierte Quelle:

https://www.elsevier.com/about/press-releases/researchers-identify-speech-latency-as-a-key-biomarker-for-predicting