Der Lebensmittelkonzern Danone hat in Abstimmung mit den deutschen und österreichischen Behörden einen umfangreichen Rückruf bestimmter Produktionschargen der Säuglingsnahrungen Aptamil und Milumil gestartet. Betroffen sind mehr als 120 Chargen in Deutschland sowie zusätzliche Chargen in Österreich aufgrund möglichen grenzüberschreitenden Handels. Grund ist die aktualisierte wissenschaftliche Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu vorsorglichen Schwellenwerten für den Giftstoff Cereulid in Säuglingsnahrung.
Der Rückruf erfolgt vorbeugend, nachdem die EFSA am Montag neue Leitlinien zu Cereulid veröffentlicht hatte. Der Toxin, das von bestimmten Bacillus-cereus-Stämmen produziert wird, kann bei Überschreitung bestimmter Konzentrationen Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen. Die Beschwerden treten meist 30 Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr auf.
Eltern werden aufgefordert, betroffene Produkte nicht mehr zu verfüttern und diese an den Kaufort zurückzubringen. Der volle Kaufpreis wird auch ohne Kassenbon erstattet. Auf den Websites aptaclub.de und milupa.de können Verbraucher anhand des Mindesthaltbarkeitsdatums prüfen, ob ihr Produkt betroffen ist. Zusätzlich steht der Verbraucherservice zur Verfügung: Für Aptamil unter der Telefonnummer 0800 278 26 45 sowie unter www.aptaclub.de, für Milumil unter 0800 737 50 00 sowie www.milupa.de.
Danone betont, dass die Gesundheit und Sicherheit von Säuglingen absolute Priorität haben. Das Unternehmen begrüßt die Klarheit der neuen EFSA-Empfehlungen und reagiert damit auf die sich entwickelnden behördlichen Vorgaben. Alle nicht vom Rückruf erfassten Produkte gelten als sicher und können weiterhin verwendet werden.
Der Schritt ist Teil einer breiteren Serie von Rückrufen bei Säuglingsnahrungen verschiedener Hersteller in Europa seit Jahresbeginn 2026, die durch Cereulid-Belastungen ausgelöst wurden. Betroffene Eltern, die sich Sorgen um die Gesundheit ihres Kindes machen, sollten einen Kinderarzt konsultieren.
