Chinesische Forscher haben einen neuartigen Impfstoff auf Basis eines selbstassemblierenden Peptid-Hydrogels entwickelt, der eine lokalisierte Immun-Nische im Körper erzeugt und dadurch dauerhafte sowie verstärkte Immunität gegen Infektionskrankheiten auslöst. Der Ansatz adressiert Schwächen konventioneller Impfstoffe, die oft nur kurzfristige und unzureichende Immunantworten hervorrufen, weil Antigen und Adjuvans nicht optimal in lymphatischen Geweben präsentiert werden.
Das in situ gebildete supramolekulare Hydrogel dient als Reservoir für Antigene und Adjuvantien. Es rekrutiert antigenpräsentierende dendritische Zellen (DCs) in das Gerüst, wo diese unter Einwirkung des Adjuvans verstärkt Antigene verarbeiten und präsentieren. Dadurch entsteht eine immunologisch aktive Nische, die starke B-Zell- und T-Zell-Antworten auslöst.
In Mäusen führte bereits eine einzige Impfung zu robuster humoraler Immunität mit anhaltender Antikörperproduktion über mindestens 112 Tage sowie hoher neutralisierender Aktivität. Im Vergleich zu herkömmlichen Impfstoffen ermöglicht das Hydrogel eine bessere räumlich-zeitliche Kontrolle der Impfstoffkomponenten und der dendritischen Zellen.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Acta Pharmaceutica Sinica B veröffentlicht (Volume 16, Issue 1, 2026, Seiten 470–483). Die Autoren um Qi Shang, Feihu Wang und Kollegen von Institutionen der Chinese Academy of Medical Sciences betonen, dass dieser Ansatz eine neue Strategie zur Verbesserung der Impfeffizienz darstellt. Er könnte besonders bei Infektionskrankheiten mit Bedarf an langfristigem Schutz von Vorteil sein.
Die grafische Zusammenfassung zeigt, wie das Hydrogel die zeitliche und räumliche Dynamik von Impfstoffkomponenten und dendritischen Zellen koordiniert und dadurch dauerhafte Immunität erzeugt.
