Alzheimer Europe hat heute den Bericht „Die Prävalenz von Demenz in Europa 2025“ veröffentlicht. Dieser enthält aktualisierte Prävalenzzahlen für die Anzahl der Menschen mit Demenz, sowohl für Europa insgesamt als auch für die einzelnen Länder. Der Bericht baut auf der vorherigen Arbeit von Alzheimer Europe im „Dementia in Europe Yearbook 2019“ auf. Alzheimer Europe wandte dieselbe Methodik an und suchte nach gemeindebasierten Studien, die seit dem „Dementia in Europe Yearbook 2019“ veröffentlicht wurden. Aus diesen Studien wurden neue Prävalenzraten für 5-Jahres-Altersgruppen abgeleitet. Diese aktualisierten Prävalenzraten wurden anschließend auf Bevölkerungsprognosen für 2025 und 2050 angewendet, die den Daten der UN-Weltbevölkerungsprognosen (UN WPP) 2024 entnommen wurden.
Für das Jahr 2025 wird die Zahl der Menschen mit Demenz in den EU-27-Staaten auf 9.065.706 und in den übrigen EU-Ländern zusammen auf 12.122.979 geschätzt. Der Bericht prognostiziert zudem, dass die Zahl der Menschen mit Demenz bis 2050 in den EU-27-Staaten auf 14.335.788 und in den übrigen EU-Ländern zusammen auf 19.905.856 ansteigen wird. Dies bedeutet, dass die Zahl der Menschen mit Demenz bis 2050 in den EU-27-Staaten um 58 % und in den übrigen EU-Ländern zusammen um 64 % steigen wird.
Um festzustellen, ob sich die geschätzte Anzahl der Menschen mit Demenz zwischen 2019 und 2025 signifikant verändert hat, nutzte Alzheimer Europe seine Schätzungen für die EU-27-Länder als Vergleichsgrundlage. Die Gesamtzahlen der Menschen mit Demenz in der EU-27 für die Jahre 2025 und 2050 stimmen in beiden Berichten weitgehend überein. Bei Männern wurden jedoch in allen Altersgruppen über 70 Jahren, insbesondere aber in der Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen, durchweg höhere Prävalenzraten beobachtet. Bei Frauen war das Bild uneinheitlicher.
Der prognostizierte Anstieg der Gesamtzahlen bestärkt die Forderung, die Alzheimer Europe und seine Mitgliedsverbände seit vielen Jahren erheben: Die Entscheidungsträger auf EU- und nationaler Ebene müssen Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass die Gesellschaft Menschen mit dieser Krankheit, ihre Familien und Betreuer bestmöglich unterstützt, damit sie ein gutes Leben führen können.
Aus politischer Sicht müssen die Gesundheits- und Sozialsysteme über die notwendigen Kapazitäten und Infrastrukturen verfügen, um Menschen mit Demenz von der Diagnose bis zur Sterbebegleitung eine qualitativ hochwertige Betreuung und Unterstützung zu bieten.
Darüber hinaus muss der Demenz in Forschungsagenden vorrangig der ihr gebührende Stellenwert eingeräumt werden. Dabei sollten Grundlagenforschung zum besseren Verständnis der Erkrankung, klinische Studien zur Entwicklung von Diagnoseverfahren und Behandlungen sowie demografische Forschung zu den betroffenen Bevölkerungsgruppen priorisiert werden, um so verbesserte Systemreaktionen zu ermöglichen.
Dieser Bericht erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem über den künftigen Haushalt der EU diskutiert wird. Man kann erkennen, dass sich die Vorschläge von dem bisherigen starken Engagement für Gesundheit, Soziales und Forschung entfernen und stattdessen den Fokus stärker auf Verteidigung und Wirtschaftstätigkeiten im Rahmen der Wettbewerbsfähigkeit legen.
Die Botschaft von Alzheimer Europe an die Entscheidungsträger auf EU- und nationaler Ebene ist eindeutig: Die Zahl der Menschen mit Demenz wird in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. Wenn wir jetzt nicht handeln, nicht ausreichend in Gesundheits-, Pflege- und Sozialsysteme investieren, die Forschung nicht angemessen fördern und keine wirksamen Präventionsmaßnahmen umsetzen, werden sich die bevorstehenden Herausforderungen verschärfen.
- Ziel des Berichts „Die Prävalenz von Demenz in Europa 2025“ ist es, aktualisierte Zahlen zur Anzahl der Menschen mit Demenz sowohl für Europa als Ganzes als auch für die einzelnen Länder bereitzustellen.
- Es baut auf den Arbeiten des „Dementia in Europe Yearbook 2019“ auf, in dem Alzheimer Europe zuvor die Prävalenz von Demenz in Europa berechnet hatte.
- Es wendet Prävalenzschätzungen über 5-Jahres-Altersgruppen hinweg auf Daten der UN-Weltbevölkerungsprognosen 2024 für die Jahre 2025 und 2050 an.
- Für das Jahr 2025 wird die Zahl der Menschen mit Demenz in den EU27-Ländern auf etwa 9.065.706 geschätzt, in den EU27- und Nicht-EU-Ländern zusammengerechnet sind es 12.122.979.
- Für das Jahr 2050 wird die Zahl der Menschen mit Demenz in den EU27-Ländern auf etwa 14.335.788 geschätzt, in den EU- und Nicht-EU-Ländern zusammengenommen auf 19.905.856.
- Das bedeutet, dass die Zahlen bis 2050 in der EU um 58 % und in ganz Europa um 64 % steigen werden.
- Die zentrale Botschaft an die Entscheidungsträger der EU und der einzelnen Länder lautet: Angesichts der steigenden Zahl von Menschen mit Demenz in den kommenden Jahrzehnten müssen sie jetzt handeln. Sie müssen ausreichend in Gesundheits-, Pflege- und Sozialsysteme investieren, die Forschung angemessen fördern und wirksame Präventionsmaßnahmen umsetzen. Andernfalls werden sich die bevorstehenden Herausforderungen nur noch verschärfen.
