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Exzessiver Alkoholkonsum trägt zu lang anhaltenden negativen Gefühlen bei

Eine Studie im „American Journal of Pathology“ vom 12. Januar 2026 hat ergeben, dass entzündungsfördernde Mikroglia negative emotionale Zustände fördern, die auch nach wochenlanger Abstinenz anhalten. Neuroinflammation , ausgelöst durch Mikroglia (Immunzellen im Gehirn), ist eine Hauptursache für anhaltende negative Gefühle nach wiederholtem, anhaltendem Rauschtrinken. Negative emotionale Zustände durch Alkohol tragen zur Alkoholabhängigkeit und damit verbundenen psychischen Erkrankungen wie Depressionen bei. Die Ergebnisse einer im „American Journal of Pathology “ von Elsevier veröffentlichten Studie eröffnen neue Möglichkeiten für Immuntherapien zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit, für die es derzeit nur wenige wirksame Therapien gibt. Der natürliche Verlauf einer Alkoholabhängigkeit umfasst stressreiche Lebenserfahrungen, gefolgt von Rauschtrinkepisoden. Diese Erfahrungen interagieren mit unmittelbaren Stressfaktoren und verstärken das Verlangen nach Alkohol. Der durch wiederholte Rauschtrinkzyklen und Entzugserscheinungen verursachte Stress verstärkt sich in Kombination mit lebenslangen Stressfaktoren und führt zu Hyperkatifeie, einem Zustand intensiver negativer Emotionen. Frühere Studien haben gezeigt, dass Neuroinflammation, insbesondere proinflammatorische Mikroglia, ein pathologisches Merkmal der Alkoholabhängigkeit ist. Es war jedoch noch nicht geklärt, ob Mikroglia direkt zur Entwicklung negativer Emotionen bei starkem Alkoholkonsum beitragen. Da Neuroinflammation die Stimmung auch in anderen Kontexten beeinflussen kann, vermuteten die Forscher, dass Mikroglia zu den durch chronischen Alkoholkonsum verursachten negativen emotionalen Zuständen beitragen könnten. Mithilfe von Mausmodellen untersuchten sie die Langzeitwirkung von Alkohol auf den emotionalen Zustand. Mäuse wurden entweder kurzzeitig (4 Tage) oder längerzeitig (10 Tage) exzessiv Alkohol ausgesetzt, und ihr emotionaler Zustand (angstähnliches Verhalten und Angstgedächtnis) wurde während der Abstinenzphase erfasst. In anderen Mausgruppen wurden die Mikroglia während der Alkoholexposition gezielt genetisch gehemmt, und der emotionale Zustand sowie das Ausmaß des neuronalen Zelltods wurden untersucht. Die Forscher fanden heraus, dass eine längere, nicht aber eine kürzere Alkoholexposition (10 Tage vs. 4 Tage in diesem Modell) zu Hirnschäden und negativen emotionalen Zuständen führte, da die Mikroglia im Gehirn aktiviert wurden, was eine lang anhaltende Neuroinflammation zur Folge hatte. Durch die Verhinderung der Aktivierung entzündungsfördernder Mikroglia während einer 10-tägigen Alkoholexposition wurde der alkoholbedingte neuronale Zelltod blockiert und die Entwicklung von Angstzuständen während des Entzugs sowie von anhaltenden Angsterinnerungen während der Abstinenz verhindert.