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Trump-Rückzug aus internationalen Organisationen: Schwere Folgen für den One-Health-Ansatz

Der am 7. Januar 2026 von US-Präsident Donald J. Trump unterzeichnete präsidiale Memorandum, das den Rückzug der USA aus 66 internationalen Organisationen anordnet, hat nicht nur klimapolitische, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf den globalen One-Health-Ansatz. Dieser integrierte Ansatz verbindet die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und Ökosystemen, um Bedrohungen wie Zoonosen, Pandemien und antimikrobielle Resistenzen zu bekämpfen. Die Maßnahmen der US-Regierung schwächen multilaterale Kooperationen massiv – insbesondere durch den parallelen Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Kern des One-Health-Ansatzes und betroffene Strukturen

One Health wird primär durch die Quadripartite-Allianz vorangetrieben: WHO, FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN), WOAH (Weltorganisation für Tiergesundheit, ehemals OIE) und UNEP (Umweltprogramm der UN). Diese Organisationen koordinieren den One Health Joint Plan of Action (2022–2026), der Prävention, Überwachung und Bekämpfung von Zoonosen sowie den Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen (AMR) vorsieht.

  • Die USA haben bereits den Austritt aus der WHO eingeleitet (wirksam ab 22. Januar 2026).
  • Das Memorandum beendet die Beteiligung und Finanzierung an zahlreichen UN-Einrichtungen, darunter das UN Framework Convention on Climate Change (UNFCCC), das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und die International Union for Conservation of Nature (IUCN) – alle relevant für den Umwelt- und Biodiversitätsaspekt von One Health.
  • Weitere betroffene Bereiche: UN-Programme zu Bevölkerung (UNFPA), Geschlechtergleichstellung (UN Women) und Entwicklung, die indirekt One-Health-Initiativen unterstützen.

Direkt wird die Quadripartite-Allianz zwar nicht aufgelöst, doch der Verlust des größten Finanzierers (USA) und aktiven Teilnehmers führt zu erheblichen Lücken.

Trump bedroht One Health Ansatz. Credits: LabNews Media LLC

Konkrete Folgen

Experten und Organisationen warnen vor gravierenden Konsequenzen:

  • Finanzielle Einbußen: Die USA trugen 12–15 % zum WHO-Budget bei. Der Austritt gefährdet Programme zur Pandemieprävention, Zoonose-Überwachung und AMR-Bekämpfung. Ähnlich sinkt die Finanzierung für FAO-, WOAH- und UNEP-Initiativen.
  • Schwächung der globalen Koordination: Ohne US-Beteiligung fehlt Expertise und Einfluss bei der Früherkennung von Krankheitserregern (z. B. Vogelgrippe H5N1). Die USA verlieren Zugang zu globalen Daten und Koordinationsplattformen – ein Risiko auch für die eigene Sicherheit.
  • Auswirkungen auf Pandemieprävention: One Health zielt auf die Verhinderung von Zoonosen ab (ca. 75 % aller neuen Infektionskrankheiten stammen von Tieren). Der Rückzug isoliert die USA und erschwert internationale Frühwarnsysteme.
  • Umwelt- und Biodiversitätsverluste: Der Austritt aus UNFCCC, IPCC und IUCN untergräbt den ökologischen Pfeiler von One Health. Klimawandel und Artenverlust fördern die Ausbreitung von Krankheiten.

Reaktionen

  • Die Quadripartite-Organisationen (WHO, FAO, WOAH, UNEP) äußern Bedauern und warnen vor einer Fragmentierung globaler Gesundheitsanstrengungen.
  • Kritiker wie die Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health und Partner In Health sprechen von „katastrophalen Folgen“ für globale und US-Gesundheit, da Krankheiten keine Grenzen kennen.
  • Die US-Regierung begründet den Schritt mit Souveränitätsschutz und Einsparungen, betont bilaterale Kooperationen statt multilateraler Foren.
  • Konservative Stimmen sehen Vorteile in der Fokussierung auf nationale Interessen.

Der Rückzug markiert einen Paradigmenwechsel hin zu unilateraler US-Politik. Beobachter erwarten, dass andere Länder (z. B. EU-Staaten oder China) Lücken füllen könnten, doch eine geschwächte multilaterale Struktur erhöht langfristig Risiken für alle.