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Neue klinische Standards stärken verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika in der Tuberkulosebehandlung

Die Antibiotikaresistenz nimmt weltweit zu. Dies betrifft auch Medikamente, die für die Behandlung von Tuberkulose (TB) zentral sind, wie beispielsweise Bedaquilin. Ein internationales Expertengremium aus 32 Ländern hat daher erstmals spezifische Standards für den rationalen Antibiotikaeinsatz in der TB-Behandlung vorgestellt. Die im „  International Journal of Tuberculosis and Lung Disease“ veröffentlichten Empfehlungen zielen darauf ab, die Tuberkulosebehandlung stärker in die Strukturen des rationalen Antibiotikaeinsatzes einzubinden, die Resistenzüberwachung und -diagnostik zu optimieren und die Behandlungsqualität langfristig zu verbessern.

Antimicrobial Stewardship (AMS) bezeichnet koordinierte Strategien für den gezielten, evidenzbasierten und sicheren Einsatz von Antiinfektiva. Ziel ist es, die Behandlungsergebnisse zu verbessern, Nebenwirkungen zu minimieren und die Entstehung und Verbreitung von Antibiotikaresistenzen zu verhindern. Während AMS in vielen Bereichen der Infektionskrankheiten etabliert ist, fehlte es bisher an einem klar definierten und klinisch umsetzbaren Rahmen für die Tuberkulosebehandlung.

Tuberkulose trägt erheblich zur globalen Belastung durch Antibiotikaresistenzen bei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft  Mycobacterium tuberculosis  mit Resistenzen gegen das Antibiotikum Rifampicin in ihrer  Liste prioritärer bakterieller Krankheitserreger für 2024 als besonders dringlich ein und unterstreicht damit den dringenden Bedarf an Forschung, Entwicklung und strategischen Maßnahmen. Besonders besorgniserregend ist die zunehmende Resistenz gegen neuere wichtige Medikamente wie Bedaquilin, da dies die jüngsten Fortschritte in der Behandlung von medikamentenresistenter Tuberkulose gefährdet.

Um diese Lücke zu schließen, wurden nun erstmals klinische Standards für den rationalen Einsatz von Antibiotika in der Tuberkulosebehandlung veröffentlicht. Die Standards erschienen in der aktuellen Ausgabe des „  International Journal of Tuberculosis and Lung Disease Open“  und wurden von einem internationalen Expertengremium mit 62 Spezialisten aus 32 Ländern und allen sechs WHO-Regionen in einem strukturierten Delphi-Verfahren entwickelt. Ziel der Standards ist es, die Tuberkulose in bestehende Rahmenwerke für den rationalen Antibiotikaeinsatz zu integrieren, die Überwachung und das Resistenzmonitoring zu stärken, den zeitnahen Zugang zu umfassenden Resistenztests zu verbessern und sicherzustellen, dass die Tuberkulosebehandlung Wirksamkeit, Sicherheit und Resistenzprävention priorisiert. Sie fördern außerdem strukturierte Expertenberatungen, gezielte Tests und präventive Behandlungen von Risikogruppen sowie ein systematisches klinisches und mikrobiologisches Therapiemonitoring.

Vor diesem Hintergrund wurden nun erstmals klinische Standards für den rationalen Antibiotikaeinsatz in der Tuberkulosebehandlung veröffentlicht. Die Standards erschienen in der aktuellen Ausgabe des „  International Journal of Tuberculosis and Lung Disease (IJTLD) Open“  und wurden von einem internationalen Expertengremium mit 62 Spezialisten aus 32 Ländern und allen sechs WHO-Regionen im Rahmen eines strukturierten Delphi-Verfahrens entwickelt. Ziel der Standards ist die systematische Integration der Tuberkulosebehandlung in bestehende Strukturen des rationalen Antibiotikaeinsatzes, die Stärkung der Überwachung und des Resistenzmonitorings, die Verbesserung des zeitnahen Zugangs zu umfassenden Resistenztests und die Sicherstellung, dass die Tuberkulosebehandlung Wirksamkeit, Sicherheit und Resistenzprävention priorisiert. Dies umfasst strukturierte Beratungsdienste, gezielte Tests und präventive Behandlungen von Risikogruppen sowie ein systematisches klinisches und mikrobiologisches Therapiemonitoring.

„Antimikrobielle Resistenzen stellen eine ernsthafte Bedrohung für die in den letzten Jahren erzielten Fortschritte in der Tuberkulosebehandlung dar“, sagt Dr. Thomas Theo Brehm, Erstautor der Studie. „Diese klinischen Standards sollen eine verantwortungsvolle, wirksame und nachhaltige Tuberkulosebehandlung heute und in Zukunft gewährleisten.“

DOI

10.5588/ijtldopen.25.0522