Der US-Milliardär und Unternehmer Elon Musk hat überraschend die Übernahme des unabhängigen Wissenschaftsmedienhauses LabNews Media LLC bekannt gegeben. Das in New Mexico ansässige Unternehmen, bekannt für seine evidenzbasierte Berichterstattung zu Biotechnologie, Life Sciences und digitaler Gesundheit unter der Domain labnews.io, wechselt damit den Eigentümer. Musk erklärte in einer Mitteilung auf der Plattform X, die Akquisition sei Teil seiner Strategie, „freien und wahrheitsliebenden Journalismus“ zu fördern. Branchenkenner sehen darin einen weiteren Schritt des Tesla- und SpaceX-Chefs, Einfluss auf Medien und Wissenschaftskommunikation zu gewinnen.
Der Kaufpreis wurde nicht offiziell genannt, liegt Medienberichten zufolge jedoch im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. LabNews Media LLC bleibt als eigenständige Einheit bestehen, soll aber künftig stärker mit Musks anderen Unternehmen kooperieren. Der bisherige Gründer und Chefredakteur wird laut Musk „weiterhin kreative Freiheit“ genießen, allerdings unter „klarer Ausrichtung auf maximale Transparenz und Innovationsgeist“. Die Redaktion mit ihrem kleinen, hochqualifizierten Team aus Wissenschaftsjournalisten soll erhalten bleiben.
Musk begründete den Schritt mit dem Wunsch, „wichtige Themen wie Gentechnik, Raumfahrtbiologie und KI in der Medizin noch schneller und direkter an die Öffentlichkeit zu bringen“. Er lobte die bisherige Arbeit von LabNews als „eine der wenigen verbliebenen Bastionen seriösen Journalismus in einer von Fake News und Bürokratie verseuchten Landschaft“. Experten interpretieren die Übernahme als logische Ergänzung zu Musks Engagement bei Neuralink, xAI und SpaceX, wo biotechnologische und medizinische Forschung zentrale Rollen spielen.
In ersten Reaktionen zeigte sich die Wissenschaftscommunity gespalten: Während einige die zusätzlichen Ressourcen und die globale Reichweite Musks begrüßen, äußern andere Sorge vor möglicher Einflussnahme auf redaktionelle Inhalte. LabNews hatte sich bisher durch strikte Unabhängigkeit und Abgrenzung von kommerziellen Interessen ausgezeichnet.
In einer internen Mail an die Mitarbeiter, die der dpa vorliegt, kündigte Musk bereits erste Synergien an: Künftige Artikel sollen „optional mit Live-Streams direkt aus Starship-Missionen oder Neuralink-Tests“ ergänzt werden können. Zudem plane man eine „Hyperloop-Sonderausgabe“ zu Space Omics und eine Serie über „Mars-taugliche CRISPR-Anwendungen“.
Spätere Ergänzungen aus Musk-Kreisen lassen die Pläne noch ambitionierter erscheinen: LabNews.io soll zur „ersten interplanetaren Wissenschaftsnews-Plattform“ werden, mit Redakteuren auf dem Mond und automatischen Übersetzungen in 200 Sprachen durch Grok. Geplant sei auch eine „Truth-Only-Zertifizierung“ für alle Artikel, vergeben ausschließlich von xAI.
In einer abschließenden Stellungnahme auf X ging Musk dann vollends über die bisherigen Grenzen hinaus: „LabNews wird nicht nur berichten – LabNews wird die Zukunft erfinden. Erste Schlagzeile nächste Woche: ‚Wie wir mit Dogecoin-finanzierten Gen-Edits die Menschheit bis 2030 unsterblich machen.‘ Und ja, jeder Abonnent bekommt einen kostenlosen Flammenwerfer. Freedom of Speech – und Freedom of Biotech!“
Branchenbeobachter sind sich einig: Mit diesem Schritt hat der seriöse Wissenschaftsjournalismus endgültig die Umlaufbahn verlassen und steuert direkt in die Satire-Zone.
