Im Jahr 2025 hat die Gewalt gegen Beschäftigte in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen weltweit weiter zugenommen. Berichte aus Deutschland, den USA und internationalen Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigen einen anhaltenden Trend zu physischen und verbalen Übergriffen, der das Personal belastet, die Versorgungsqualität beeinträchtigt und hohe Kosten verursacht. Besonders betroffen sind Notaufnahmen, Pflegekräfte und Frauen. Ursachen wie lange Wartezeiten, gesellschaftlicher Respektverlust und psychische Belastungen verstärken das Problem. Trotz Präventionsmaßnahmen fordern Verbände und Organisationen strengere Schutzregelungen.
Global hat die WHO bis Mitte Dezember 2025 insgesamt 1283 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen, Personal, Patienten, Lieferungen und Ambulanzen dokumentiert. Diese Vorfälle führten zu 1980 Todesfällen und 1163 Verletzungen unter Gesundheitsarbeitern und Patienten. Die Angriffe ereigneten sich vor allem in Konfliktregionen wie der Demokratischen Republik Kongo, Gaza, Haiti, Syrien, Sudan und der Ukraine, aber auch in nicht-konfliktbelasteten Ländern. Die Häufigkeit solcher Ereignisse ist in den letzten Jahren gestiegen, was die Nachwirkungen früherer Krisen verstärkt.
In den Vereinigten Staaten bleibt Gewalt am Arbeitsplatz ein zentrales Problem für Gesundheitsbeschäftigte. Gesundheitsarbeiter erleiden fünfmal häufiger Gewalt als Beschäftigte in anderen Branchen. Krankenhäuser tragen erhebliche Kosten für Prävention und Reaktion, die jährlich über 18 Milliarden US-Dollar betragen, einschließlich Ausgaben für Schulungen, Sicherheitsmaßnahmen und Behandlung von Opfern. Pflegekräfte sind besonders gefährdet, mit Tausenden gemeldeten Übergriffen pro Jahr, von denen viele nicht erfasst werden. Notfallmediziner und anderes Personal berichten von häufigen Bedrohungen und Angriffen. Es gibt Vorschläge für Gesetze, die Übergriffe auf Gesundheitsarbeiter zu einem Bundesverbrechen machen sollen, was parteiübergreifend unterstützt wird.
In Deutschland zeigen Umfragen aus 2025 einen deutlichen Anstieg der Übergriffe auf Krankenhauspersonal. Laut einer repräsentativen Erhebung des Deutschen Krankenhausinstituts im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft berichteten 66 Prozent der Krankenhäuser von einem moderaten oder deutlichen Zuwachs der Vorfälle in den letzten Jahren. Besonders betroffen sind Notaufnahmen, wo 95 Prozent der Einrichtungen Übergriffe melden. Pflegekräfte tragen die Hauptlast: Im Durchschnitt entfallen 51 Prozent der körperlichen Angriffe auf sie, 21 Prozent auf Ärzte und sechs Prozent auf anderes Personal. Frauen sind überproportional betroffen. Kliniken nennen als Hauptgründe einen allgemeinen Respektverlust in der Gesellschaft (71 Prozent) und lange Wartezeiten (41 Prozent). Viele Einrichtungen haben Deeskalationstrainings eingeführt, Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und bauliche Anpassungen vorgenommen, doch 93 Prozent fordern strengere Strafen.
Die Ursachen der Gewaltzunahme sind vielschichtig. Lange Wartezeiten in überlasteten Notaufnahmen lösen Frustration bei Patienten und Angehörigen aus. Psychische Erkrankungen, Substanzkonsum und krankheitsbedingte Zustände tragen wesentlich bei. In Deutschland wird ein gesellschaftlicher Respektverlust hervorgehoben, der sich auf helfende Berufe auswirkt. Unterberichterstattung ist weit verbreitet, da viele Beschäftigte kleinere Vorfälle als Teil des Jobs akzeptieren oder Konsequenzen fürchten.
Die Folgen sind gravierend. Beschäftigte leiden unter Stress, Burnout und geringerer Arbeitszufriedenheit, was zu höherer Fluktuation und Ausfällen führt. Dies belastet ohnehin personalknappes System und mindert die Versorgungsqualität. Finanziell entstehen immense Kosten für Sicherheit, Schulungen und Entschädigungen. In Konfliktgebieten unterbrechen Angriffe lebenswichtige Dienste und verursachen indirekte Todesfälle durch fehlenden Zugang zu Behandlung.
Als Reaktion wurden 2025 Maßnahmen verstärkt. In den USA investieren Krankenhäuser in Technologie und unterstützen bundesweite Schutzgesetze. In Deutschland drängen Verbände auf rechtliche Reformen und zentrale Meldesysteme. International setzt sich die WHO für den Schutz von Gesundheitseinrichtungen ein. Viele Kliniken bieten Deeskalationstrainings, mehr Sicherheitspersonal und Risikoanalysen an. Dennoch bleibt die Umsetzung oft lückenhaft aufgrund von Unterfinanzierung.
Der Ausblick bleibt besorgniserregend. Ohne umfassende Interventionen – wie bessere Personalausstattung zur Verkürzung von Wartezeiten, gesellschaftliche Aufklärung über Respekt vor Pflegeberufen und stärkere rechtliche Abschreckung – droht eine weitere Eskalation. Daten aus Deutschland und den USA deuten auf einen langfristigen Aufwärtstrend hin. 2025 unterstreicht die Dringlichkeit systemischer Veränderungen, um diejenigen zu schützen, die für die Gesundheit anderer sorgen.
Verifizierte Quellen:
- https://www.who.int/news-room/spotlight/stronger-together-milestones-that-mattered-in-2025
- https://www.dkgev.de/dkg/presse/details/krankenhaus-personal-deutlich-staerker-von-gewalt-betroffen/
- https://www.medi-karriere.de/magazin/gewalt-gegen-pflegekraefte-krankenhaus-barometer/
- https://medinfoweb.de/themen/gewalt-gegen-helfende-gesundheitswesen-2025/
- https://apollo-news.net/in-zwei-dritteln-aller-kliniken-gewalt-in-krankenhusern-gegen-beschftigte-nimmt-deutlich-zu/
- https://www.aha.org/press-releases/2025-06-02-new-aha-report-finds-workplace-and-community-violence-cost-hospitals-more-18-billion-annually
- https://www.aha.org/system/files/media/file/2025/05/The-Burden-of-Violence-to-US-Hospitals.pdf
- https://www.centegix.com/blog/violence-in-healthcare-13-statistics-to-know/
- https://www.facs.org/for-medical-professionals/news-publications/news-and-articles/bulletin/2025/june-2025-volume-110-issue-6/alarming-rise-of-workplace-violence-forces-healthcare-workers-to-rethink-safety/
- https://www.verbandsbuero.de/gewalt-gegen-pflegekraefte-66-mehr-uebergriffe/
