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TikTok erweist sich als Gesundheitstool

Es ist dringend erforderlich, das Potenzial von TikTok und anderen Social-Media-Kanälen zu nutzen, um jungen Menschen auf ansprechende und zugängliche Weise wissenschaftliche Informationen über Fettleibigkeit bereitzustellen. Dies wird der Europäische Kongress für Fettleibigkeit (ECO) in Venedig, Italien (12.-15. Mai), tun hören.

Die Beliebtheit und große Reichweite solcher Plattformen bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen, darunter Teenager und junge Erwachsene, erklärt die leitende Forscherin Dr. Antonella Franceschelli von der Unicamillus International Medical University in Rom, Italien.

Der Anteil fettleibiger Kinder und Jugendlicher weltweit hat sich zwischen 1990 und 2022 bei Mädchen (von 1,7 % auf 6,9 %) und bei Jungen (von 2,1 % auf 9,3 %) mehr als vervierfacht.

Italien hat die vierthöchste Rate an Übergewicht und Adipositas bei Kindern in Europa, wobei fast 40 % der Kinder im Alter von 7 bis 9 Jahren mit Übergewicht oder Adipositas leben. Im Vergleich dazu liegt der europäische Durchschnitt bei 29 %.

Um mehr über dieses Potenzial zu erfahren, analysierten Dr. Franceschelli und Kollegen die Kennzahlen des Dr. Anthos TikTok-Kontos. Dieser von Dr. Franceschelli betriebene italienischsprachige Account enthält kurze Videos über die Behandlung von Fettleibigkeit. Dazu gehören Informationen zu gesunder Ernährung, Bewegung und medikamentöser Behandlung sowie Live-Fragen und Antworten mit Ärzten.

Der Inhalt wurde nach Themen unterteilt und die Anzahl der Aufrufe für jedes Video gezählt.

108 Videos, die zwischen September 2021 und Februar 2024 gepostet wurden, wurden analysiert. Die Videos wurden insgesamt 4.631.982 Mal angesehen, was einer durchschnittlichen Anzahl von Aufrufen pro Video von 42.495 entspricht.

Videos über Medikamente gegen Fettleibigkeit waren mit einer durchschnittlichen Anzahl von Aufrufen pro Video von 135.945 am beliebtesten. Das meistgesehene Video, in dem es um Semaglutid ging, wurde fast eine Million (959.536) Mal angesehen. Das Publikum bestand zu 57 % aus Frauen und 4 % (ca. 38.000) waren junge Menschen im Alter von 18–24 Jahren.

Videos über die Bekämpfung der Stigmatisierung, die mit Fettleibigkeit einhergehen kann, zogen durchschnittlich 23.587 Zuschauer an, Videos zum Thema gesunde Ernährung zogen durchschnittlich 10.262 Zuschauer an.

Live-Q&As, die die Möglichkeit bieten, Fragen an einen Adipositas-Spezialisten zu stellen, zogen jeweils bis zu 2.000 Teilnehmer an, wobei die Sitzungen zum Thema Stigmatisierung besonders viel Diskussion zwischen Patienten und dem Arzt hervorriefen.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass soziale Medien ein leistungsstarkes Mittel zur wirkungsvollen und ansprechenden Kommunikation wissenschaftlicher Daten sind.