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CRAFT-G kann psychische Gesundheit nach Krebserkrankung wiederherstellen

Eine neue Studie untersuchte CRAFT-G, eine Online-Gruppenintervention, die kognitives Training, Psychoedukation und ergotherapeutische Strategien für Erwachsene mit krebsbedingten kognitiven Beeinträchtigungen kombiniert. Die kleine Pilotstudie zeigte eine hohe Zufriedenheit, eine starke Bindung an die Therapie und klinisch bedeutsame Verbesserungen der Alltagsfunktionen und der subjektiv wahrgenommenen kognitiven Fähigkeiten bei Krebsüberlebenden. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Online-Gruppenintervention zur kognitiven Rehabilitation einen zugänglichen und effektiven Weg bieten kann, um Betroffenen zu helfen, mit den Folgen der Chemotherapie („Chemo-Brain“) umzugehen und ihren Alltag zurückzugewinnen.

Für viele Erwachsene, die sich von einer Krebserkrankung erholen, bedeutet der Abschluss der Behandlung nicht das Ende der Herausforderungen. Bis zu 80 % der Betroffenen kämpfen weiterhin mit den Folgen der Chemotherapie („Chemo-Brain“) – subtilen, aber belastenden Veränderungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der mentalen Verarbeitung, die Arbeit, Beziehungen und den Alltag unerwartet erschweren können. Eine neue Studie der Hebräischen Universität Jerusalem bietet hoffnungsvolle Nachrichten: Ein Online-Gruppenprogramm zur kognitiven Rehabilitation kann Betroffenen helfen, ihr Selbstvertrauen zurückzugewinnen, ihre Alltagsfunktionen zu verbessern und sich dabei weniger allein zu fühlen.

Die Intervention, bekannt als Cognitive Retraining and Functional Treatment – Group version (CRAFT-G), kombiniert kognitive Trainingsübungen mit einem ergotherapeutischen, problemlösenden Ansatz und wöchentlichen Gruppensitzungen – alles online. In dieser Machbarkeitsstudie nahmen fünf Erwachsene zwischen 30 und 57 Jahren an sechs wöchentlichen Gruppentreffen teil und absolvierten personalisierte digitale Gehirntrainingsübungen. Die Ergebnisse waren vielversprechend. Die Teilnehmenden berichteten nicht nur von klinisch relevanten Verbesserungen ihrer Alltagsleistung, sondern auch von signifikanten Verbesserungen ihrer Fähigkeit, alltägliche Aufgaben wie die Bewältigung von Haushaltspflichten oder die Organisation von Arbeitsanforderungen zu bewältigen. Vielebeschrieben sich zudem durch das Gruppenformat besser verstanden, unterstützt und gestärkt. Während die Verbesserungen in objektiven kognitiven Tests – wie in der CRCI-Forschung üblich – moderat ausfielen, verbesserte sich die subjektiv wahrgenommene kognitive Leistungsfähigkeit der meisten Teilnehmenden, und auch die Werte für die körperliche Lebensqualität zeigten signifikante Verbesserungen.

Besonders wichtig war, dass sich das Online-Format nicht nur als praktikabel, sondern auch als äußerst hilfreich erwies. Die Teilnehmenden schätzten die Möglichkeit, von zu Hause aus teilzunehmen, ihre gewohnten Abläufe beizubehalten und sich mit anderen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten.Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass CRAFT-G eine praktikable, zugängliche und potenziell wirksame Option für Krebsüberlebende mit kognitiven Beeinträchtigungen darstellt und empfehlen größere Studien, um den Nutzen weiter zu bestätigen. Angesichts dieser vielversprechenden Ergebnisse läuft derzeit eine größere Studie, um die Wirksamkeit der Intervention bei einer breiteren Gruppe von Brustkrebsüberlebenden zu untersuchen.Die Studie wurde von der Israelischen Krebsgesellschaft finanziert.

https://link.springer.com/article/10.1007/s00520-025-10114-7