Zum Inhalt springen
Home » Urintest könnte die Diagnose und Behandlung von Blasenkrebs revolutionieren

Urintest könnte die Diagnose und Behandlung von Blasenkrebs revolutionieren

Bahnbrechende Studie im „Journal of Molecular Diagnostics“ ebnet den Weg für nicht-invasive Screening-Verfahren, die den Patientenkomfort und die Behandlungsergebnisse verbessern.

Forscher haben entdeckt, dass die Analyse spezifischer Fragmentierungsmuster zellfreier DNA (cfDNA) in einer einfachen Urinprobe Blasenkrebs effektiv diagnostizieren und stadienbestimmen kann. Dies bietet eine dringend benötigte Alternative zu invasiven Verfahren wie der Zystoskopie. Dieser neuartige Ansatz, der in einer neuen Studie im „Journal of Molecular Diagnostics“ (herausgegeben von Elsevier) detailliert beschrieben wird, könnte die Notwendigkeit häufiger Zystoskopien reduzieren, die Kosten im Gesundheitswesen senken und den Patientenkomfort sowie die Behandlungsergebnisse verbessern.

Blasenkrebs stellt nach wie vor eine große klinische Herausforderung dar, da er zu den häufigsten und tödlichsten urologischen Krebserkrankungen mit einer hohen Rezidivrate zählt. Die Diagnose beruht jedoch weiterhin maßgeblich auf invasiven und kostspieligen Verfahren wie der Zystoskopie (Einführen eines dünnen, schlauchförmigen Instruments durch die Harnröhre) oder der Zytologie, einem nicht-invasiven Test, der Tumorzellen im Urin nachweisen kann, aber eine begrenzte Sensitivität aufweist.

Die Forscher der vorliegenden Studie wollten eine einfachere und komfortablere Methode zur Erkennung und Überwachung von Blasenkrebs finden. Sie analysierten Urinproben von 156 Patienten mit Blasenkrebs und 79 passenden Kontrollpersonen und bestimmten mittels Echtzeit-PCR die Konzentration und Integrität (Lang-Kurz-Größenverteilung) von zellfreien DNA-Fragmenten (cfDNA) aus fünf Genen ( ACTB , AR , MYC , BCAS1 und STOX1 ).

„Unser wichtigstes Ergebnis war, dass das kleine Fragment des MYC -Gens ein wertvolles Instrument zur Diagnose von Blasenkrebs darstellen könnte, da es eine ausgezeichnete Spezifität (97 %) und einen hohen prädiktiven Wert (88 %) für die Identifizierung von muskelinvasivem Blasenkrebs aufwies“, erklärt Studienleiterin Dr. Pilar Medina von der Forschungsgruppe Hämostase, Thrombose, Arteriosklerose und Gefäßbiologie am Institut für Gesundheitsforschung des Krankenhauses La Fe (IIS La Fe) in Valencia, Spanien.

MYC produziert einen Transkriptionsfaktor, der für die Regulation von Zellwachstum, -proliferation und -stoffwechsel entscheidend ist.

Darüber hinaus stellten die Forscher fest, dass das Verhältnis von großen zu kleinen Fragmenten des Haushaltsgens ACTB und des kleinen Fragments des AR- Gens mit dem Schweregrad der Erkrankung zunimmt. Dies deutet darauf hin, dass diese Fragmente zuverlässige Biomarker für die Stadieneinteilung darstellen könnten. Die Integrität dieser Gene könnte hilfreich sein, um ein Rezidiv bei Blasenkrebs zu erkennen.