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Aktuelle Hepatitis-Fallzahlen in Deutschland (Stand: November 2025)

Basierend auf den neuesten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Europäischen Zentrums für Krankheitsprävention und -bekämpfung (ECDC) gibt es keinen großen nationalen Ausbruch von Hepatitis in Deutschland. Die Fallzahlen für Hepatitis B und C sind stabil oder leicht rückläufig. Für Hepatitis A (HAV) wird jedoch ein multinationaler Ausbruch in der EU/EEA beobachtet, der Deutschland marginal betrifft – mit nur wenigen importierten oder verknüpften Fällen.

Hepatitis A Virus. Credits: CDC/Betty Partin

Gesamtzahlen für 2025 (vorläufig, unvollständig bis Mai/Juni 2025)

  • Hepatitis B (HBV): Ca. 7.862 gemeldete Fälle (bis 21. Mai 2025). Das entspricht etwa 35 % der Fälle von 2024 und deutet auf einen leichten Rückgang hin.
  • Hepatitis C (HCV): Ca. 3.314 gemeldete Fälle (bis 21. Mai 2025). Ebenfalls rückläufig im Vergleich zu 2024 (9.624 Fälle).
  • Hepatitis A (HAV): Keine genaue Gesamtzahl für 2025 verfügbar, aber Schätzungen basierend auf Trends deuten auf ca. 1.000–1.500 Fälle hin (ähnlich wie 2023 mit 1.482 Fällen). Es gibt 3 verknüpfte Fälle im Rahmen des EU-Ausbruchs (Januar–März 2025), die keine epidemiologische Verbindung zueinander haben und hauptsächlich bei Drogenkonsumenten auftraten.
  • Hepatitis D (HDV): Nur 8 Fälle (bis Mai 2025), ein seltener Co-Infektionserreger mit HBV.

Die Daten sind vorläufig, da Meldungen verzögert eintreffen. Chronische Fälle (z. B. HBV: ca. 246.000 Betroffene Ende 2022) machen den Großteil aus, akute Infektionen sind selten.

Hepatitis-A-Ausbruch in der EU: Beteiligung Deutschlands

  • Der ECDC meldet einen multinationalen HAV-Ausbruch (Subgenotyp IB) in Österreich, Tschechien, Ungarn und Slowakei seit Anfang 2025, mit über 2.000 Fällen (Januar–Mai 2025) und 9 Todesfällen insgesamt. Betroffen sind vor allem vulnerable Gruppen: Obdachlose, Drogenkonsumenten, Roma-Communities und Personen mit schlechten Hygienestandards.
  • In Deutschland: Nur 3 Fälle mit passendem Virusprofil (zwei Frauen, ein Mann, alle Erwachsene; zwei mit Drogenkonsum). Kein anhaltender Ausbruch – Deutschland gilt nicht als betroffen. Es gibt auch Berichte über eine starke HAV-Welle in Tschechien (über 2.300 Fälle, 28 Tote bis November 2025), die Grenzregionen (z. B. Sachsen) beobachten, aber kein Risiko für einen breiten Ausbruch in Deutschland besteht, da Fälle konsequent isoliert werden.
  • Risikobewertung (ECDC): Hohe Wahrscheinlichkeit für anhaltende Übertragung in Risikogruppen in den betroffenen Ländern, aber niedrig für die Allgemeinbevölkerung in Deutschland. Empfehlung: Impfung für Reisende in Endemiegebiete (z. B. Tschechien).

Vergleich zu Vorjahren (RKI-Daten)

JahrHepatitis AHepatitis BHepatitis CHepatitis D
20231.48222.99010.512129
2024~1.500 (Schätzung)22.1269.624116
2025 (vorläufig)~1.000–1.500~7.862 (bis Mai)~3.314 (bis Mai)8 (bis Mai)

Quellen: RKI Epidemiologisches Bulletin 30/2025 und SurvStat@RKI.

Ursachen und Prävention

  • Steigende Meldungen in der Vergangenheit: Erweiterte Screening-Programme (z. B. Check-up 35 seit 2021) und Migration führen zu mehr Diagnosen, nicht unbedingt zu mehr Infektionen.
  • Risikogruppen: Migranten aus Hochprävalenzländern, Drogenkonsumenten, Inhaftierte und Obdachlose.
  • Empfehlungen:
  • Impfung: STIKO empfiehlt HAV/HBV-Impfung für Säuglinge, Reisende und Risikogruppen. Kostenfreier Test ab 35 Jahren.
  • Welt-Hepatitis-Tag (28. Juli 2025): Motto „Lass uns Klartext reden“ – Fokus auf Aufklärung zu HBV. 18
  • Bei Reisen in betroffene Länder: Hygienemaßnahmen und Impfung.