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Neuer Molekulartest ermöglicht genauere und schnellere Lyme-Diagnose

Forscher am Dartmouth Hitchcock Medical Center haben einen molekularen Test entwickelt, der Borrelia burgdorferi früher und zuverlässiger nachweist als herkömmliche Verfahren. Die Methode basiert auf droplet digital PCR und könnte Fehldiagnosen vermeiden sowie die Behandlung beschleunigen.

Lyme-Borreliose nimmt in den USA seit 30 Jahren zu, besonders im Nordosten, wo Zecken mit Borrelia burgdorferi von Spätfrühling bis Frühherbst aktiv sind. Unbehandelt drohen Gelenk-, Herz- und Nervenschäden. Das typische ringförmige Erythem tritt nur bei etwa 25 Prozent der Betroffenen auf, viele entwickeln Hautveränderungen, die andere Erkrankungen imitieren. Antikörpertests fallen in den ersten Infektionswochen oft negativ aus.

Ausgangspunkt war eine 73-jährige Patientin mit über vier Jahre fortschreitender Hautverhärtung, Entzündung und Gelenksteife. Zunächst als Morphea eingestuft, sprach sie nicht auf Immunsuppressiva an, wohl aber auf Doxycyclin. Serologische Tests deuteten lediglich auf eine frühere Infektion hin.

Das Team um Guohong Huang entwickelte drei ddPCR-Assays: einen für alle Borrelien, einen für Lyme-verursachende Arten und einen spezifisch für Borrelia burgdorferi. Bei Hautproben von bestätigten oder verdächtigen Fällen lag die Sensitivität bei formalinfixierten Proben bei 90,9 Prozent und erfasste fünf bis zehn Bakterienzellen. Frisches oder gefrorenes Gewebe verspricht höhere Werte.

Im Fall der Patientin wurde Borrelia-DNA in der Hautbiopsie nachgewiesen und sequenztechnisch bestätigt, was die Diagnose chronischer Lyme-Borreliose stützte. Serologische Tests unterscheiden nicht zwischen aktiver Infektion und abgelaufener Exposition; ddPCR erkennt dagegen lebende Bakterien.

Die Forscher planen Erweiterung auf größere Kohorten und weitere Sensitivitätssteigerung. Die Ergebnisse werden auf der AMP-Jahrestagung 2025 in Boston präsentiert (Poster TT088, 14. November, 9:15 Uhr Ortszeit).