Ein neuer Fallbericht mit dem Titel „ Metastasierter Brustkrebs mit leptomeningealer Karzinomatose, behandelt mit Trastuzumab Deruxtecan – ein Fallbericht “ wurde am 9. Oktober 2025 in Band 12 von Oncoscience veröffentlicht.
In diesem Bericht beschreiben Cristiana Honrado Martins, José Miguel Rocha, Catarina Portela, Ricardo Fernandes und Cláudia Caeiro vom Hospital de Braga, ULS de Braga , einen seltenen Fall von fortgeschrittenem HER2-positivem Brustkrebs (BC), der sich auf die das Gehirn und das Rückenmark umgebenden Membranen ausgebreitet hat – eine Erkrankung, die als leptomeningeale Karzinomatose bekannt ist.
Die 37-jährige Patientin sprach zunächst auf die Standardtherapie an, erlitt jedoch zwei Jahre später einen Rückfall. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Krebs auf das zentrale Nervensystem ausgebreitet und ihre neurologischen Funktionen stark beeinträchtigt. Aufgrund der Komplexität ihres Zustands und der begrenzten Standardtherapieoptionen leitete das Ärzteteam eine Off-Label-Behandlung mit Trastuzumab Deruxtecan ein.
Trastuzumab Deruxtecan, ein zielgerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, wurde aufgrund von Daten aus aktuellen klinischen Studien und interdisziplinären Beratungen ausgewählt. Nach drei Behandlungszyklen zeigte sich eine Besserung des Zustands der Patientin. Bildgebende Verfahren belegten eine Verkleinerung und Ausdehnung des Tumors, und ihre neurologischen Symptome besserten sich allmählich, sodass sie ihre Selbstständigkeit im Alltag zurückerlangte. Die Behandlung wurde über zwei Jahre fortgesetzt, in denen die Erkrankung in Gehirn und Rückenmark stabil blieb.
Dieser Fall verdeutlicht das Potenzial von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten wie Trastuzumab Deruxtecan in der Behandlung von Brustkrebs mit Befall des zentralen Nervensystems. Er unterstreicht zudem die Notwendigkeit personalisierter und flexibler Therapieansätze in der Onkologie, insbesondere bei fortgeschrittenem oder therapieresistentem Brustkrebs. Therapien wie Trastuzumab Deruxtecan könnten sich als wichtige Instrumente zur Behandlung dieser Tumorarten erweisen.
Weiterlesen: https://doi.org/10.18632/oncoscience.631
