Der Pharmakonzern Pfizer hat eine Vereinbarung zur Übernahme des Biotech-Startups Metsera für ein anfängliches Volumen von 4,9 Milliarden US-Dollar unterzeichnet, um sein Portfolio im boomenden Markt für Adipositas- und kardiometabolische Therapien zu erweitern. Die Transaktion, die von den Vorständen beider Unternehmen einstimmig genehmigt wurde, umfasst eine Barzahlung von 47,50 Dollar pro Aktie und ein potenzielles Contingent Value Right (CVR) von bis zu 22,50 Dollar pro Aktie, abhängig von klinischen und regulatorischen Meilensteinen. Dies könnte den Gesamtwert auf bis zu 7,3 Milliarden Dollar steigern. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2025 geplant, unter Vorbehalt regulatorischer und Aktionärsgenehmigungen.
Die Akquisition ermöglicht Pfizer den Einstieg in einen Sektor, der durch Erfolge von Konkurrenten wie Eli Lillys Zepbound und Novo Nordisks Wegovy angetrieben wird und jährlich Milliardenumsätze generiert. Metsera, das 2022 gegründet wurde, bringt ein vielversprechendes Pipeline mit vier klinischen Programmen und mehreren präklinischen Kandidaten ein, darunter injizierbare und orale Therapien. Zu den Highlights zählen MET-097i, ein wöchentlicher und monatlicher GLP-1-Rezeptor-Agonist in Phase-2-Entwicklung, sowie MET-233i, ein monatlicher Amylin-Analog in Phase 1, der allein und in Kombination getestet wird. Frühe Daten zu MET-233i deuten auf einen Gewichtsverlust von bis zu 8,4 Prozent in 36 Tagen hin, was auf ein potenziell führendes Profil hindeutet. Zudem starten zwei orale GLP-1-Kandidaten bald klinische Studien.
Pfizer, das kürzlich zwei eigene Adipositas-Programme einstellte, sieht in der Übernahme eine „Path to Leadership“ in diesem Feld, wie Strategiechef Andrew Baum betonte. Das Unternehmen profitiert von Metseras Peptid-Engineering-Plattform und Expertise in nährstoffstimulierten Hormontherapien, die auf eine Reduktion der Belastungen durch Adipositas abzielen. Analysten wie David Risinger von Leerink Partners prognostizieren Peak-Umsätze von über 5 Milliarden Dollar für Metseras Pipeline, dank seltener Dosierungen, die die Patientenadhärenz verbessern könnten. BMO Capital Markets hebt jedoch hervor, dass die Assets noch früh in der Entwicklung stecken und größere Datensätze benötigen, um Risiken zu mindern.
Die Transaktion erfolgt inmitten eines Marktwachstums, das durch die Prävalenz von Adipositas – assoziiert mit über 200 Erkrankungen – angetrieben wird. Pfizer-CEO Albert Bourla unterstrich, dass die Übernahme Investitionen in hochwirksame Bereiche priorisiere. Metseras Co-Gründer und CEO Whit Bernard lobte die Partnerschaft als Chance, globale Kapazitäten für die Transformation von Millionen Leben zu nutzen. Die Nachricht trieb Pfizers Aktie leicht an, während Metseras Kurs um rund 60 Prozent stieg, was die Erwartungen an den 43-prozentigen Premium-Deal widerspiegelt. Experten sehen die Akquisition als strategischen Schachzug, der Pfizer in den Wettlauf um Marktführerschaft katapultiert, birgt aber Wettbewerbsrisiken durch etablierte Player.
