Ein neuer Augentropfen hat erste Erfolge bei der Abgabe schützender Substanzen an die Stelle im Auge gezeigt, wo sie am dringendsten benötigt werden, und weckt damit Hoffnungen auf eine weniger invasive Behandlung schwerer Sehstörungen.
Die von der RMIT University geleitete Forschung konzentriert sich auf Netzhauterkrankungen, insbesondere die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). AMD schädigt die Netzhaut, insbesondere die Makula, was zur Erblindung führen kann und Hunderte Millionen Menschen weltweit betrifft.
Die wichtigsten Risikofaktoren für AMD sind Alter, familiäre Vorbelastung, Ernährung, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Rauchen und andere Lebensstilentscheidungen.
In der modernen Zeit sind wir übermäßigem energiereichem blauem Licht von Geräten wie Mobiltelefonen, Computerbildschirmen und Fernsehgeräten ausgesetzt, was im Laufe der Zeit ebenfalls zu Augenschäden führen kann.
Das Team untersuchte die Verabreichung von Lutein, einer schützenden antioxidativen Verbindung, die in der Gac-Frucht vorkommt, an die Rückseite des Auges, um die Gesundheit der Netzhaut zu unterstützen und möglicherweise Schäden zu verlangsamen oder zu verhindern.
In präklinischen Studien an Mäusen, die in Zusammenarbeit mit dem Centre for Eye Research Australia (CERA) durchgeführt wurden, erreichte die Formel die Netzhaut im hinteren Teil des Auges – derzeit nur durch Injektionen zugänglich – und hielt den Wirkstoff bei Raumtemperatur monatelang stabil.
Die Zellkulturstudie des Teams zeigte, dass Lutein, das mit ihrer neuen Formulierung verabreicht wurde, die Netzhautzellen vor Stress und Schäden schützte, die mit Sehverlust in Verbindung stehen.
Dr. Dao Nguyen, die die Forschung während ihrer Zeit am RMIT mitleitete, sagte, die Formulierung könne den Weg für patientenfreundlichere Therapien ebnen.
„Häufige Augeninjektionen sind unangenehm und können für die Patienten belastend sein. Wenn die Formulierung funktioniert, könnten die Augentropfen als vorbeugende Maßnahme eingesetzt werden, um das Risiko für Späterkrankungen und den Bedarf an Injektionen zu verringern“, sagte Nguyen, der mittlerweile an der medizinischen Fakultät der Deakin University forscht.

Credits:
Will Wright, RMIT University
„Unsere Augentropfenformel ist für die Behandlung früher Stadien der altersbedingten Makuladegeneration konzipiert und lässt sich viel einfacher anwenden. Es bedarf jedoch weiterer Forschung und klinischer Studien, bevor sie den Menschen zugänglich gemacht werden kann.“
Die Augentropfen würden Injektionen nicht ersetzen, sagte Nguyen.

