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US-Regierung erhebt jährliche Gebühr von 100.000 Dollar für H-1B-Visa hochqualifizierter Arbeitnehmer

Die US-Regierung hat eine neue Regelung verkündet, die Unternehmen eine jährliche Gebühr von 100.000 Dollar für die Inanspruchnahme von H-1B-Visen auferlegt. Diese Visa dienen hauptsächlich der Anwerbung hochqualifizierter Fachkräfte, vor allem aus dem Technologiesektor, und betreffen zahlreiche Konzerne wie Amazon, Microsoft und Meta, die in der ersten Jahreshälfte Tausende solcher Genehmigungen erhalten haben.

Die Maßnahme wurde am Freitag bekannt gegeben und zielt darauf ab, Mittel für Maßnahmen zur Einwanderungskontrolle bereitzustellen. Sie passt in die umfassendere Strategie der Trump-Administration, die seit dem Amtsantritt im Januar bestimmte Formen legaler Einwanderung einzuschränken sucht, mit einem Schwerpunkt auf der Neuausrichtung des H-1B-Programms. Befürworter wie der Handelsminister Howard Lutnick kritisieren das System dafür, dass es Unternehmen ermögliche, Löhne zu drücken und US-Arbeitskräfte zu verdrängen, und plädieren stattdessen für die Ausbildung junger Absolventen heimischer Universitäten. Andere Stimmen, darunter Elon Musk, betonen die Notwendigkeit solcher Visa, um Engpässe bei qualifizierten Talenten auszugleichen und die Wettbewerbsfähigkeit US-amerikanischer Firmen zu sichern.

Im Zuge der Ankündigung haben Unternehmen wie Microsoft und JPMorgan ihre H-1B-Beschäftigten aufgefordert, bis Mitternacht Samstag in den USA zu bleiben oder umgehend zurückzukehren, falls sie sich im Ausland aufhalten. Die Regelung knüpft an eine deutliche Zunahme ausländischer Fachkräfte in STEM-Bereichen an, deren Zahl sich von 2000 bis 2019 mehr als verdoppelt hat und auf rund 2,5 Millionen anstieg, während das Gesamtwachstum in diesen Sektoren bei 44,5 Prozent lag. Indien profitiert als größter Abnehmer mit einem Anteil von 71 Prozent an den H-1B-Zuteilungen, wie in einem am Freitag von Präsident Trump unterzeichneten Dekret hervorgehoben wird.

Die Entscheidung löst geteilte Reaktionen aus. Kritiker warnen vor Belastungen für talentabhängige Branchen, während Unterstützer sie als Schutzmaßnahme für einheimische Arbeitnehmer begrüßen. Experten rechnen mit steigenden Kosten für Unternehmen, geringeren Einstellungen ausländischer Kräfte und Auswirkungen auf die globale Position der US-Wirtschaft in Technologie und verwandten Feldern, was die Debatte über Einwanderung und Arbeitsmarkt weiter anheizen könnte.