Der Schweizer Pharmakonzern Roche übernimmt das US-Biotechnologieunternehmen 89bio, Inc. für einen Gesamtwert von bis zu 3,5 Milliarden US-Dollar. Ziel der Akquisition ist die Stärkung von Roches Portfolio im Bereich Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen (CVRM) durch Pegozafermin, ein FGF21-Analogon in der Phase-3-Entwicklung zur Behandlung der metabolischen Dysfunktions-assoziierten Steatohepatitis (MASH). Die Transaktion soll im vierten Quartal 2025 abgeschlossen sein.
Roche bietet 14,50 US-Dollar pro Aktie in bar, was einem Eigenkapitalwert von rund 2,4 Milliarden US-Dollar entspricht. Zusätzlich erhalten 89bio-Aktionäre ein bedingtes Wertrecht (CVR) von bis zu 6,00 US-Dollar pro Aktie, abhängig von Meilensteinen wie dem ersten Verkauf von Pegozafermin für MASH-Patienten mit Leberzirrhose (bis März 2030) und einem weltweiten Nettojahresumsatz von mindestens 3 bzw. 4 Milliarden US-Dollar (bis 2033 bzw. 2035). Dies erhöht den potenziellen Transaktionswert auf 3,5 Milliarden US-Dollar.
Pegozafermin adressiert den hohen medizinischen Bedarf bei MASH, einer Fettlebererkrankung, die mit Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes einhergeht und 5 bis 7 % der Weltbevölkerung betrifft. Das Medikament kombiniert antifibrotische und entzündungshemmende Wirkmechanismen und könnte eine führende Therapie für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Leberfibrose (F2/F3) sowie Leberzirrhose (F4) werden. Die Übernahme ermöglicht Roche Synergien mit seiner CVRM-Pipeline und die Entwicklung von Kombinationstherapien.
„Pegozafermin hat das Potenzial, die Behandlung von MASH entscheidend zu verbessern“, sagte Roche-CEO Thomas Schinecker. Die Mitarbeiter von 89bio werden in Roches Pharmadivision integriert. Die Transaktion, die von den Vorständen beider Unternehmen genehmigt wurde, unterliegt der Zustimmung der 89bio-Aktionäre und behördlichen Genehmigungen.
Citi berät Roche finanziell, Sidley Austin LLP rechtlich. 89bio wird von Moelis & Company LLC, Centerview Partners LLC und Gibson, Dunn & Crutcher LLP unterstützt.
