Ein Forschungsteam der Universitat Politècnica de València (UPV) und der Universitat de València (UV) hat einen innovativen Biosensor entwickelt in, der in der Lage ist, luftübertragene Viren in Echtzeit und kostengünstig zu erkennen, ohne dass chemische Marker oder Laborverfahren erforderlich sind.
Dieses Gerät bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, darunter die Erkennung von Bakterien in Krankenhäusern, Schulen und im Transportwesen, wodurch die Sicherheit erhöht wird. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in der Fachzeitschrift Talanta veröffentlicht.Superbugs, Vogelgrippe und Pflanzenpathogene
„Nach den Erfahrungen mit COVID-19 ist es leicht zu verstehen, dass die Bestimmung des Vorhandenseins von Krankheitserregern in der Luft von entscheidender Bedeutung ist, da sie es uns ermöglicht, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Neben dem Coronavirus gibt es noch andere Mikroorganismen mit erheblichen Auswirkungen auf Gesundheit und Wirtschaft, wie z. B. Krankenhauskeime, Vogelgrippe und Pflanzenpathogene. Daher ist die Überwachung der Innenraumumgebung unerlässlich“, sagt David Giménez, Forscher an der Universität Valencia.

Die derzeit gängigste Methode zur Bestimmung des Vorhandenseins von Krankheitserregern in der Luft besteht darin, über einen bestimmten Zeitraum Luftproben zu nehmen und mögliche Krankheitserreger in Petrischalen oder Sammellösungen zu sammeln. Die Mikroorganismen werden anschließend im Labor identifiziert oder quantifiziert. „Der Hauptnachteil besteht darin, dass dieser Probenahme- und Analyseprozess sehr zeitaufwändig ist und manchmal mehrere Tage dauern kann“, erklärt Patricia Noguera von der Universitat Politècnica de València.Keine zusätzlichen Reagenzien erforderlich
In den letzten Jahren wurden einige Systeme entwickelt, die mithilfe spezifischer Rezeptoren das Vorhandensein von Krankheitserregern in der Luft in Echtzeit erkennen. Die Geräte sind jedoch oft groß und teuer. Darüber hinaus haben sie meist ein weiteres Problem: den Bedarf an zusätzlichen Reagenzien. „Genau hier liegt die Hauptinnovation des von unserem Team entwickelten Sensors: Er benötigt keine zusätzlichen Reagenzien“, sagt Patricia Noguera.M13-Virus
In den letzten zwei Jahren haben die Elektronik- und Chemieexperten des UPV- und UV-Teams den Biosensor von Grund auf neu entwickelt, die Elektronik entworfen und hergestellt und es geschafft, das M13-Virus ohne zusätzliche Reagenzien zu erkennen. „Wir haben uns für dieses Virus entschieden, weil es einfach zu handhaben ist und unsere Ergebnisse als Machbarkeitsnachweis auf jeden anderen Erreger in jeder Umgebung übertragen werden können“, so David Giménez abschließend.

