Die Stiftung Werner-von-Siemens-Ring ehrt fünf junge Forscher für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen mit dem Titel Werner-von-Siemens-Fellow 2025. Die Auszeichnung würdigt Beiträge, die nicht nur fachlich exzellent sind, sondern auch den gesellschaftlichen Fortschritt vorantreiben, insbesondere in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz, Quantentechnologie und Materialforschung.
Die Fellows verkörpern eine Generation von Talenten, die mit Exzellenz, Neugier und visionärer Kraft an zentralen wissenschaftlichen Herausforderungen arbeiten, so Cornelia Denz, Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring. Ihre Arbeiten richten den Blick in die Zukunft und gestalten aktiv die Welt von morgen.
Die ausgezeichneten Fellows 2025
Dr. Franziska Boenisch hat ein neues Paradigma für Differential Privacy entwickelt, das Datenschutz als individuell anpassbares Konzept begreift. Ihre Methode integriert erstmals persönliche Datenschutzpräferenzen in das Training großer Sprachmodelle, was besonders im Gesundheitswesen einen Meilenstein darstellt. Boenisch ist Tenure-Track-Faculty am CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken.
Dr. Elena Jordan leistet Pionierarbeit in der mobilen Quantensensorik. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig entwickelt sie skalierbare Ionenfallen mit integrierter Nanophotonik, eine patentiertes Design für Quantensensoren und Quantencomputer. Ihre Technologie ermöglicht den Einsatz quantenbasierter Anwendungen außerhalb von Labors.
Dr.-Ing. Martha Kalina, Postdoktorandin an der Technischen Universität Dresden, verbindet Maschinenbau, Werkstoffmechanik und numerische Mathematik. Ihr Phasenfeldmodell simuliert Rissinitiierung und -fortschritt präzise und skalierbar, was die Lebensdauerprognose moderner Materialien verbessert und zu nachhaltigeren, langlebigen Werkstoffen beiträgt.
Dr. Johannes Tiedau, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der PTB in Braunschweig, hat zusammen mit Kollegen der TU Wien den Kernzustand im Isotop Thorium-229 mit einem Laser verändert. Dieser Durchbruch ebnet den Weg zur ersten optischen Kernuhr, die die Genauigkeit aktueller Atomuhren übertrifft und neue Möglichkeiten für Physiktests und präzise Zeitmessung eröffnet.
Dr. Taha Soliman forscht bei Bosch Research in Renningen zu effizienter eingebetteter KI. Er optimiert Hardware-Architekturen und Methoden, um Latenz und Energieverbrauch zu senken, sodass komplexe neuronale Netze ressourcenschonend laufen. Seine Arbeit macht KI alltagstauglich und fördert Umweltverträglichkeit.
Impulse für eine neue Forschungsgeneration
Der Werner-von-Siemens-Fellow-Preis richtet sich an Forscher in frühen Karrierephasen aus Natur- und Technikwissenschaften und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Fellows werden vom Stiftungsrat, bestehend aus Ringträgern und Vertretern führender Institutionen, nominiert und ernannt. Neben der finanziellen Förderung gewinnen sie Zugang zu einem Netzwerk aus Spitzenforschung und Industrie, das Talente sichtbar macht, begleitet und inspiriert. Die Verleihung erfolgt alle zwei Jahre im Dezember.
Über die Stiftung Werner-von-Siemens-Ring
Die Stiftung fördert seit 1916 Lebensleistungen in Technik- und Naturwissenschaften, unterstützt Talente und aktuelle Forschung. Der Werner-von-Siemens-Ring, die höchste deutsche Auszeichnung in diesem Bereich, dient als Orientierung und Motivation. Der Stiftungsrat umfasst Vertreter der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, des Stifterverbands, des Bundesverbands der Deutschen Industrie und des Deutschen Verbands Technisch-Wissenschaftlicher Vereine. Die Geschäftsstelle wird von der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH betreut.
Weitere Informationen: https://siemens-ring.de/
