Eine Studie aus Australien legt nahe, dass Gonorrhoe, eine der am stärksten antibiotikaresistenten sexuell übertragbaren Krankheiten, nicht nur durch intimen Sexualkontakt, sondern auch durch Zungenküsse übertragen werden kann. Diese Erkenntnis könnte die weltweit steigenden Diagnosezahlen der bakteriellen Infektion erklären, die 2016 etwa 87 Millionen Menschen betraf.
Die Untersuchung, durchgeführt von Forschern der Melbourne Sexual Health Clinic, umfasste über 3.600 sexuell aktive homo- und bisexuelle Männer und erstreckte sich über einen Zeitraum von zwölf Monaten ab März 2016. Die Ergebnisse zeigen, dass sich einige Teilnehmer bereits durch Zungenküsse mit Gonorrhoe infizierten. Zudem war die Infektionsrate bei Personen, die Sex mit Küssen kombinierten, höher als bei jenen, die auf Küsse verzichteten.
Die Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, das Bewusstsein für diesen Übertragungsweg zu schärfen. Experten betonen, dass ein besseres Verständnis der Übertragungsmechanismen entscheidend ist, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Als mögliche Maßnahme wird die Erforschung antibakterieller Mundspülungen vorgeschlagen, um das Infektionsrisiko zu verringern.
Die Studienergebnisse wurden auf einer internationalen Tagung für sexuell übertragbare Krankheiten in Vancouver präsentiert und in der Fachzeitschrift Sexually Transmitted Diseases veröffentlicht. Die Erkenntnisse könnten die Ansätze zur Prävention und Kontrolle von Gonorrhoe weltweit beeinflussen.
