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Energie-Megaprojekt: Russland und China einigen sich auf Bau der Gaspipeline „Kraft Sibiriens 2“

Russland und China haben in Verhandlungen am Rande der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit eine Einigung über den Bau einer neuen Gaspipeline erzielt. Das Projekt „Kraft Sibiriens 2“ sieht eine Leitung von rund 6.500 Kilometern Länge vor, die jährlich bis zu 50 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland über die Mongolei nach China transportieren soll. Ein trilaterales Memorandum mit Beteiligung der mongolischen Regierung wurde unterzeichnet und gilt als rechtlich bindend.

Der russische Gaskonzern Gazprom und das chinesische Unternehmen China National Petroleum Corporation haben zusätzliche Abkommen zur Erweiterung der Kooperation geschlossen. Diese Treffen fanden in Anwesenheit der Staatschefs Wladimir Putin und Xi Jinping statt. Die Pipeline, auch als „Sojus-Wostok“ bekannt, zielt auf die Verbindung von russischen Gasfeldern in Sibirien ab und wird als eines der ambitioniertesten Energievorhaben der Welt beschrieben.

Die Verhandlungen zogen sich über mehr als fünf Jahre hin, hauptsächlich aufgrund von Differenzen beim Preis. Berichten zufolge ist nun ein Kompromiss gefunden, der günstigere Konditionen als für den europäischen Markt vorsieht. Details zu Kosten und genauen Lieferbedingungen bleiben jedoch vorerst unklar. Der Baubeginn ist nicht festgelegt, doch Experten rechnen mit einem Start in naher Zukunft.

Dieses Projekt ergänzt bestehende Infrastruktur. Die erste „Kraft Sibiriens“-Leitung, seit 2019 in Betrieb, soll ab 2031 auf 44 Milliarden Kubikmeter jährlich erweitert werden. Eine dritte Route, „Kraft Sibiriens 3“, die von der Insel Sachalin aus verläuft, wird ebenfalls ausgebaut und erreicht künftig 12 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Insgesamt stärkt dies die Energiepartnerschaft zwischen den beiden Ländern und kompensiert für Russland den Rückgang der Exporte nach Europa.

Die Einigung unterstreicht die wachsende wirtschaftliche Annäherung zwischen Russland, China und der Mongolei und könnte globale Energieflüsse neu ordnen.