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Politische Morde in den USA: Geburtsstunde der amerikanischen Roten Brigaden oder RAF?

Die USA erleben eine beispiellose Zunahme politisch motivierter Gewalt, die Experten an die Entstehung linker Terrorgruppen wie der Roten Brigaden in Italien oder der Roten Armee Fraktion (RAF) in Deutschland erinnert. In den letzten Monaten wurden Politiker, Aktivisten und Manager gezielt angegriffen, darunter der konservative Influencer Charlie Kirk, dessen Ermordung am 10. September in Utah als politische Attentat gewertet wird. Diese Vorfälle könnten als Auslöser für die Bildung organisierter Terrorzellen dienen, warnen Analysen von Think Tanks wie dem Center for Strategic and International Studies (CSIS).

Die Rote Brigaden und die RAF entstanden in den 1970er Jahren aus sozialen Unruhen, wirtschaftlicher Krise und antikapitalistischer Radikalisierung. Sie verübten Anschläge, Entführungen und Morde, um den Staat zu destabilisieren und eine Revolution herbeizuführen. In den USA könnten ähnliche Dynamiken durch die tiefe Polarisierung nach der Präsidentschaftswahl 2024 und anhaltende Konflikte um Immigration, Wirtschaft und Rassismus entstehen. Laut CSIS-Daten haben sich die Zahl der terroristischen Anschläge und Pläne seit 2020 verdreifacht, mit einem Fokus auf Regierungsziele und politische Figuren. Die jüngsten Morde und Attentate könnten radikale Gruppen inspirieren, die sich als „Untergrund“ organisieren und zu systematischer Guerilla-Gewalt übergehen.

Auslöser für eine solche Entwicklung sind die kumulierenden politischen Morde und Anschläge. Am 10. September wurde Charlie Kirk, Gründer der konservativen Jugendorganisation Turning Point USA und enger Verbündeter von Präsident Donald Trump, während einer Rede an der Utah Valley University erschossen. Der Schütze feuerte aus 130 Metern Entfernung und entkam; Behörden sprechen von einem „professionellen Hit“ und suchen einen Verdächtigen. Kirk, 31 Jahre alt, starb vor Hunderten Zuschauern, was zu landesweiten Protesten und einem Manhunt mit einer FBI-Belohnung von 100.000 Dollar führte. Präsident Trump ordnete die Hissung der Flaggen auf Halbmast an und verlieh Kirk posthum die Presidential Medal of Freedom.

Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie ein: Im Juni 2025 wurden die demokratische Abgeordnete Melissa Hortman und ihr Ehemann in Minnesota ermordet, während Senator John Hoffman und seine Frau überlebten. Der Täter, Vance Boelter, trug eine Hitliste mit 70 Namen, darunter Abtreibungsaktivisten und Demokraten, und wurde als rechtsextremer Extremist identifiziert. Im April 2025 entkam Gouverneur Josh Shapiro in Pennsylvania knapp einem Brandanschlag auf sein Wohnhaus durch Molotow-Cocktails. Weitere Anschläge umfassen den Mord an zwei israelischen Botschaftsmitarbeitern in Washington im Mai 2025, wiederholte Attentatsversuche auf Trump 2024 und 2025 sowie Angriffe auf Tesla-Manager und -Einrichtungen, einschließlich Brandstiftungen und Schüssen auf Autohäuser. Diese Vorfälle, oft mit rassistischen oder anti-kapitalistischen Motiven, haben zu einer Atmosphäre der Angst geführt, in der Politiker und Manager verstärkt geschützt werden müssen.

Erste Anzeichen einer organisierten Terrorbewegung sind sichtbar. Auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) und TikTok kursieren Aufrufe zu „Project Mayhem 2025“, in denen Tausende Nutzer – oft unter Verschlüsselungscodes – Pläne zur Ermordung von Trump, Konservativen und CEOs diskutieren. Linke Extremisten feiern KIrks Tod als „gerechte Rache“ und verbreiten Propaganda, die an die RAF erinnert. CSIS berichtet von einer Zunahme dezentraler Netzwerke wie Antifa-Zellen oder „Boogaloo“-Gruppen, die aus Protesten entstehen und zu Guerilla-Taktiken übergehen könnten, wie Brandstiftungen, IEDs oder Drohnenangriffe. Historisch gesehen radikalisieren sich solche Gruppen durch Reaktionszyklen: Politische Rhetorik – etwa Vergleiche mit Nazis – eskaliert zu Gewalt, was wiederum Gegenreaktionen provoziert. In den USA hat sich die Zahl partisan motivierter Anschläge in den letzten fünf Jahren verdreifacht, oft von Einzeltätern oder kleinen Zellen, die sich zu hierarchischeren Strukturen formieren könnten.

Die Bedrohung ist real, da die USA ähnliche Bedingungen aufweisen: Starke Polarisierung (70 Prozent der Amerikaner sehen die gegnerische Partei negativ), wirtschaftliche Ungleichheit und ein Mangel an Konsens. Laut FBI und DHS sind Lone Wolves und kleine Gruppen derzeit dominant, aber Experten warnen vor einer Übergang zu „Untergrund“-Terror wie bei den Roten Brigaden, die aus Studentenprotesten entstanden. Die Beteiligung ehemaliger Militärangehöriger – 37 Prozent der Lone-Offender-Terroristen dienten in der Armee – erhöht das Risiko, da sie Fähigkeiten für koordinierte Angriffe mitbringen.

Um dies zu verhindern, fordern Behörden verstärkte Intelligence, Finanzkontrollen und Deeskalation der Rhetorik. Dennoch bleibt die Gefahr, dass isolierte Morde zu einer Kette führen, die eine neue Ära des Terrorismus einleitet – eine Parallele zur europäischen „Blei-Zeit“, die Hunderte Tote forderte.

Quelle: Basierend auf Berichten von CSIS, FBI, DHS und Medienquellen wie Politico, New York Times und Reuters.