Die langjährige Freundschaft zwischen US-Präsident Donald Trump und dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wirft erneut dunkle Schatten auf die Amtszeit des Präsidenten. Basierend auf kürzlich freigegebenen Dokumenten und etablierten Fakten aus Gerichtsunterlagen und Medienberichten wird klar, dass Trump und Epstein über Jahrzehnte eng verbunden waren, was nun in den sogenannten Epstein-Akten eine potenzielle rechtliche und moralische Falle darstellt. Diese Akten, die Teile der Untersuchungen zu Epsteins Sexhandel mit Minderjährigen umfassen, könnten Trump in einem Kontext belasten, in dem das US-Schutzalter – das Mindestalter für einvernehmliche sexuelle Beziehungen – eine zentrale Rolle spielt. Die Opfer von Epsteins Netzwerk, die als Teenager missbraucht und ausgebeutet wurden, fordern Gerechtigkeit und vollständige Transparenz, während Trumps Umgang mit den Akten als Versuch gewertet wird, persönliche Verstrickungen zu vertuschen.
Die dokumentierte Freundschaft zwischen Trump und Epstein
Die Beziehung zwischen Trump und Epstein reicht bis in die späten 1980er-Jahre zurück und dauerte bis in die frühen 2000er-Jahre. Epstein, der 2019 in Haft starb, während er auf Prozesse wegen Sexhandels mit Minderjährigen wartete, beschrieb sich selbst als Trumps „engster Freund für zehn Jahre“. Trump wiederum lobte Epstein 2002 in einem Interview mit dem New York Magazine als „terrific guy“, der „schöne Frauen so sehr mag wie ich, und viele davon sind auf der jüngeren Seite“. Fotos aus den 1990er-Jahren zeigen die beiden gemeinsam bei Partys, darunter auf Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida, wo Epstein 1997 mit Trump posierte. 2000 waren Trump, seine damalige Partnerin Melania Knauss (heute Ehefrau), Epstein und seine Komplizin Ghislaine Maxwell gemeinsam bei einer Veranstaltung in Mar-a-Lago abgebildet. Trump flog mehrmals mit Epsteins Privatjet, dem sogenannten „Lolita Express“, und besuchte Events wie die Eröffnung des Harley Davidson Cafés 1993 mit Epstein und seinen Kindern Ivanka und Eric. Eine Zeugin, die als 14-Jährige von Epstein rekrutiert wurde, berichtete, dass Epstein sie als Minderjährige Trump in Mar-a-Lago vorstellte. Eine weitere Anklägerin, Virginia Giuffre, die als 16-Jährige in Trumps Mar-a-Lago als Bademeisterin arbeitete, wurde von Epstein und Maxwell angeworben und später zu sexuellen Handlungen mit einflussreichen Männern gezwungen; Trump selbst räumte kürzlich ein, dass Epstein „junge Frauen aus meinem Mar-a-Lago-Spa gestohlen“ habe, darunter möglicherweise Giuffre.
Diese Fakten stammen aus Gerichtsdokumenten, die 2024 und 2025 freigegeben wurden, sowie aus Berichten der New York Times, CNN und des Wall Street Journal. Sie unterstreichen, dass Trump und Epstein nicht nur soziale Bekannte waren, sondern in Kreisen verkehrten, in denen junge Frauen und Mädchen als Objekte gehandelt wurden. Epstein wurde 2008 zu einer milden Strafe verurteilt, weil er Prostitution von Minderjährigen organisiert hatte – ein Skandal, der durch ein Non-Prosecution-Agreement ermöglicht wurde, das Trump als Präsident 2019 nicht aufdeckte, obwohl er Epstein als „nicht mein Fan“ bezeichnete.
Warum Trump die Epstein-Akten fürchtet
Die Epstein-Akten – Tausende Seiten aus FBI-Untersuchungen, Flugprotokollen und Zeugenaussagen – werden von Trump und seiner Administration als „Hoax“ abgetan, doch die Fakten deuten auf eine tiefe Besorgnis hin. Im Mai 2025 informierte Justizministerin Pam Bondi Trump persönlich, dass sein Name mehrmals in den Dokumenten auftaucht, darunter in Hörensagen und Verbindungen zu Epsteins Aktivitäten. Bondi hatte zuvor im Februar 2025 angekündigt, eine „Truckload“ von Akten zu prüfen, inklusive einer angeblichen „Client List“ prominenter Männer, die Epstein erpresst haben soll. Doch im Juli 2025 widerrief das Justizministerium dies und erklärte, es gebe keine solche Liste und keine Beweise für Erpressung – eine Kehrtwende, die Trumps MAGA-Basis in Aufruhr versetzte und zu Forderungen nach Bonds Entlassung führte. Trump wies seine Unterstützer an, „keine Zeit mit Epstein zu verschwenden“, und nannte die Debatte „irrelevant“, während ein Haus-Ausschuss 33.000 Seiten freigab, darunter Epsteins „Birthday Book“ von 2003.
In diesem Buch, das Epstein von Freunden zum 50. Geburtstag geschenkt wurde, findet sich ein Brief mit Trumps Namen, der eine sexuelle Andeutung enthält: Ein handgezeichneter Umriss einer nackten Frau umrahmt einen fiktiven Dialog, in dem Trump und Epstein „gewisse Dinge gemeinsam“ haben und „wunderbare Geheimnisse“ teilen. Das Weiße Haus bestreitet die Echtheit und droht mit Klage gegen das Wall Street Journal, doch das Dokument wurde vom House Oversight Committee freigegeben und listet Trump unter „Friends“ neben Bill Clinton und anderen. Trump fürchtet die Akten offenbar, weil sie seine Nähe zu Epstein beleuchten und Spekulationen über eine „Client List“ nähren, die seine politische Basis spalten. Umfragen zeigen, dass 67 Prozent der Amerikaner, inklusive 59 Prozent Trump-Wähler, eine Vertuschung vermuten. Für die Opfer bedeutet dies eine erneute Demütigung: Die Geheimhaltung verlängert ihr Trauma, während Mächtige wie Trump entkommen.
Das Schutzalter als zentrales Problem in diesem Kontext
Das US-Schutzalter (Age of Consent) variiert je Bundesstaat zwischen 16 und 18 Jahren und schützt Minderjährige vor sexueller Ausbeutung durch Erwachsene. In Epsteins Fall, der in Florida (Schutzalter 18 Jahre) und New York (17 Jahre) spielte, rekrutierte er Mädchen ab 14 Jahren für sexuelle Dienste – ein Verstoß, der lebenslange Haftstrafen nach sich ziehen kann. Trump, der Epstein als „terrific guy“ lobte, der „junge Frauen“ schätzt, steht in diesem Licht gefährlich nah am Abgrund. Eine Zeugin wurde als 14-Jährige Trump vorgestellt, und Giuffre war 16, als sie in Mar-a-Lago rekrutiert wurde. Trumps eigene Aussagen verstärken die Bedenken: 2006 sagte er in einer Howard-Stern-Show, er habe keine feste „Age Limit“ für sexuelle Interessen und könne als Prominenter „junge Mädchen“ anziehen. In einer 1998-Interview warnte er vor Kontroversen um seine Frauenvergangenheit. Gerichtsdokumente nennen Trump als „Doe 174“ in Zusammenhang mit Epsteins Netzwerk, und eine Anklägerin beschrieb ein „disturbendes“ Treffen mit ihm in Epsteins Büro 1995. Eine weitere, Stacey Williams, warf Trump vor, sie 1993 in Gegenwart von Epstein betatscht zu haben.
Diese Fakten machen das Schutzalter zum Problem: Sollten die Akten weitere Details zu Trumps Interaktionen mit Epsteins minderjährigen Opfern enthüllen – etwa durch Fluglogs oder Zeugenaussagen –, könnte dies Anklagen wegen Beihilfe oder Missbrauchs nach sich ziehen, da Beziehungen zu Personen unter dem Schutzalter strafbar sind. Gerüchte, Trump wolle das Schutzalter senken (z. B. auf 14), um sich abzusichern, sind unbegründet, doch sie speisen sich aus seiner Vergangenheit. Für die Opfer, die als Teenager zerstört wurden, ist dies ein Skandal: Das System schützt Täter wie Epstein und Trump, während junge Mädchen entmachtet werden. Überlebende wie Giuffre, die 2025 Suizid beging, und andere fordern die volle Offenlegung, um Heilung zu ermöglichen und Rechenschaft zu erzwingen.

Forderung der Opfer und Ausblick
Epsteins Opfer, die von ihm und seiner Clique als 14- bis 17-Jährige missbraucht wurden, sehen in Trumps Schweigen eine Fortsetzung der Ungerechtigkeit. Sie haben kürzlich vor dem Kongress appelliert, alle Akten freizugeben, um Verschwörungstheorien zu entkräften und Täter zu entlarven. Bipartisan-Initiativen im Haus drängen auf eine Abstimmung, doch Trump blockiert dies als „Demokraten-Hoax“. Schonungslos betrachtet, priorisiert Trump seinen Ruf über das Leid der Opfer – ein Verrat an den Prinzipien, die er predigt. Solange die Akten versiegelt bleiben, bleibt der Ruf nach Wahrheit und Gerechtigkeit für die Zerstörten bestehen.

