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Neuer Therapieansatz für aggressive Leukämie entwickelt

Ein europäisches Forschungskonsortium unter Leitung der TU Dresden hat einen neuen Behandlungsansatz für die akute Promyelozytenleukämie (APL), eine seltene und lebensbedrohliche Unterform der myeloischen Leukämie, entwickelt. Die Phase-III-Studie APOLLO, geleitet von Prof. Uwe Platzbecker vom Universitätsklinikum Dresden, zeigt, dass eine Kombination aus Arsentrioxid (ATO), all-trans Retinsäure (ATRA) und gering dosiertem Idarubicin effektiver und schonender ist als die bisherige Standardtherapie mit intensiver Chemotherapie.

Die Ergebnisse, veröffentlicht im Journal of Clinical Oncology, belegen eine ereignisfreie Zwei-Jahres-Überlebensrate von 88 % bei der neuen Therapie im Vergleich zu 71 % bei der Standardbehandlung. Zudem traten weniger Rückfälle (1,5 % vs. 12,3 %) und Nebenwirkungen (32 % vs. 68 %) auf. Die internationalen Behandlungsleitlinien wurden bereits angepasst, wodurch die neue Therapie zum weltweiten Standard wurde.

Die Studie, gefördert mit zwei Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Klinik. Sie ermöglicht eine nahezu chemotherapiefreie Heilung und verbessert die Versorgungsqualität für APL-Patient:innen erheblich.

Originalpublikation:

„Arsenic Trioxide and All-Trans Retinoic Acid Combination Therapy for the Treatment of High-Risk Acute Promyelocytic Leukemia: Results From the APOLLO Trial“: https://ascopubs.org/doi/10.1200/JCO-25-00535