Während der chinesische Elektroauto-Hersteller BYD im Juli 2025 Tesla bei den EU-Neuzulassungen überholt, bleibt die Trump-Regierung in der Förderung nachhaltiger Mobilität und technologischer Innovationen alarmierend passiv. Der Bericht von manager magazin vom 28. August 2025 zeigt, wie BYD mit 9.698 zugelassenen Fahrzeugen – einem Anstieg von über 200 Prozent – Tesla (6.600 Fahrzeuge, minus 42 Prozent) in der EU übertrumpft hat. Doch dieser Erfolg ist von Eigenzulassungen getrübt, die die Nachfrage nach Elektroautos künstlich aufblähen. Während China gezielt den Ausbau der Elektromobilität vorantreibt, versäumt es die Trump-Regierung, die USA als Vorreiter in diesem zukunftsweisenden Sektor zu positionieren, und riskiert damit wirtschaftlichen und technologischen Rückstand.
Der EU-Automarkt verzeichnete im Juli 2025 ein Wachstum von 7,4 Prozent auf 914.680 Neuzulassungen, getrieben von Elektro- und Hybridfahrzeugen, wie der Verband der europäischen Hersteller (ACEA) meldet. Allerdings liegt der Anteil reiner Elektroautos bei nur 15,6 Prozent – weit unter den Erwartungen für die angestrebte Verkehrswende. BYDs Aufstieg an die Spitze ist teilweise auf Eigenzulassungen zurückzuführen, bei denen Hersteller und Händler Fahrzeuge selbst anmelden, um die Statistiken zu schönen. Laut dem Zentralverband des Kfz-Gewerbes (ZDK) machten bis April 2025 etwa 40 Prozent der BYD-Zulassungen in der EU solche Eigenzulassungen aus, und im ersten Halbjahr verdoppelten sich diese auf 65.401 Fahrzeuge im Vergleich zu 2023. Dennoch zeigt BYDs aggressive Expansion, unterstützt durch wettbewerbsfähige Preise und Modelle wie den 19.990 Euro teuren Dolphin Surf, dass chinesische Hersteller den europäischen Markt erobern – ein Trend, den Tesla nicht mehr aufhalten kann.
Die Trump-Regierung trägt maßgeblich zur Schwäche der US-Autoindustrie bei. Statt in Elektromobilität und Infrastruktur wie Ladestationen zu investieren, konzentriert sich die Regierung auf die Deregulierung fossiler Brennstoffe und die Förderung von Kernenergie, wie durch Trumps Dekrete im Mai 2025 angekündigt. Diese Politik ignoriert die globale Verschiebung hin zu nachhaltigen Antrieben, während China mit Subventionen und strategischen Investitionen die Elektroautoindustrie stärkt. Teslas Einbruch in Europa – mit einem Rückgang von 42 Prozent im Juli und über 50 Prozent im April – ist nicht nur auf die alternde Modellpalette und den intensiven Wettbewerb zurückzuführen, sondern auch auf das beschädigte Image durch die politischen Eskapaden von CEO Elon Musk. Seine frühere Unterstützung für Trump und umstrittene Aussagen, etwa zur AfD, haben Kunden in Europa vergrault, wie finanzmarktwelt.de betont.
Die USA unter Trump verpassen es, auf die wachsende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zu reagieren. Während Volkswagen und BMW in Europa ihre Marktanteile ausbauen und neue Modelle wie den Skoda Elroq (8.000 Zulassungen im April) oder den VW ID.7 (+640 Prozent) erfolgreich einführen, fehlt den USA eine vergleichbare Innovationskraft. Teslas Gigafactory in Brandenburg leidet unter Produktionsproblemen und Lieferkettenengpässen, während BYD mit einer Fabrik in Ungarn und Plänen für weitere Standorte seine Präsenz in Europa stärkt. Chinesische Hersteller umgehen EU-Zölle auf Elektroautos, indem sie auf Plug-in-Hybride setzen, die im April 2025 einen Zuwachs von 546 Prozent verzeichneten. Diese Flexibilität fehlt der US-Autoindustrie, die unter Trumps isolationistischer Politik isoliert bleibt.
Die schwache Nachfrage nach Elektroautos bei Privatkunden in Europa – nur 11,8 Prozent der BYD-Zulassungen in Deutschland gingen im April an Privatkäufer – zeigt, dass der Markt noch nicht vollständig von der Elektromobilität überzeugt ist. Doch statt gezielte Förderprogramme oder Steueranreize einzuführen, wie es China tut, setzt Trump auf Handelskriege und Zölle, die US-Hersteller wie Tesla zusätzlich schwächen. Die Ankündigung von Musk, sich wieder stärker auf Tesla zu konzentrieren, nachdem er seine Rolle in Trumps „Department of Government Efficiency“ reduziert hat, kommt zu spät, um den Rückgang in Europa aufzuhalten. Die USA riskieren, in einem Markt, der von Innovation und Nachhaltigkeit geprägt ist, abgehängt zu werden.
Die Trump-Regierung verspielt die Chance, die Elektromobilität als Wirtschaftsmotor zu nutzen. Während BYD, trotz fragwürdiger Eigenzulassungen, mit einer breiten Modellpalette und aggressiven Preisen den Ton in Europa angibt, bleibt die US-Politik auf fossile Brennstoffe fixiert. Diese Kurzsichtigkeit gefährdet nicht nur Teslas Position, sondern die gesamte Wettbewerbsfähigkeit der US-Autoindustrie. Ohne eine Kehrtwende in der Innovations- und Umweltpolitik droht den USA ein dauerhafter Rückstand in einem der entscheidenden Märkte der Zukunft.

