Laut Marktquellen hat der Zoll-Unterausschuss die Einführung einer Exportabgabe von 10?% auf Leinsaat aus Russland genehmigt, wie Interfax berichtet.
„Im Unterausschuss wurde die 10?%-Abgabe auf Flachs genehmigt“, sagte eine Branchenquelle. Auch andere Vertreter des Sektors wissen, dass eine solche Entscheidung getroffen wurde.
Ein konkretes Datum für das Inkrafttreten der Abgabe konnte nicht genannt werden, da die Dokumente noch bearbeitet werden.
Die Öl- und Fettunion hatte im Frühjahr die Einführung einer Exportabgabe auf Öllein vorgeschlagen. Ihr Geschäftsführer, Michail Maltsev, erklärte gegenüber Journalisten, dass diese Maßnahme darauf abzielt, die Flachsverarbeitung im Inland auszubauen. Die Union schlug eine Abgabe von 30?% vor – entsprechend der Exportabgabe auf Raps –, wobei Maltsev nicht ausschloss, dass der endgültige Satz niedriger ausfallen könnte.
Die Notwendigkeit dieser Maßnahme wurde damit begründet, dass „Öllein die einzige Kulturpflanze ist, die nicht durch Maßnahmen zur Förderung der inländischen Verarbeitung geschützt ist.“
„In diesem Jahr hat eine Tochtergesellschaft der Aston Group ein Projekt zur Verarbeitung von 140.000 Tonnen Flachs gestartet. Ein ähnliches Projekt ist von Sodruzhestvo geplant“, sagte der Vorsitzende der Union.
Was das bedeutet:
Curl-Flachs ist praktisch das einzige Produkt unter den Getreide- und Ölsaatenkulturen, das in der Russischen Föderation bislang weder einer Abgabe noch einem Exportverbot unterlag.
Das Argument der Förderung der inländischen Verarbeitung wird durch folgende Fakten geschwächt:
• Die Flachsanbaufläche in Russland wächst jährlich. Landwirte betrachten Flachs als exportorientierte, sehr rentable Kultur, die bisher nicht durch Abgaben oder Quoten reguliert wurde.
• Experten zufolge wird die Flachsproduktion in Russland im Jahr 2025 auf über 1,2 Millionen Tonnen von mehr als 1,7 Millionen Hektar geschätzt.
• Gleichzeitig sind die Verarbeitungsmengen von Flachssamen in Russland und Kasachstan verschwindend gering. Russisches und kasachisches Leinöl ist kaum gefragt.
• Der Inlandsverbrauch ist minimal.
• China hat eigene Verarbeitungskapazitäten aufgebaut und benötigt Rohmaterial.
• Die EU verfügt über ausreichende Verarbeitungskapazitäten und kauft ebenfalls Rohmaterial.
• Zudem machen EU-Zölle auf russisches Leinöl dessen Lieferung in die EU wirtschaftlich unrentabel, während kasachisches Öl aufgrund hoher Logistikkosten ebenfalls als nicht wettbewerbsfähig gilt.
• Die Produktion und der Export von Leinöl aus Russland und Kasachstan sind in den letzten drei Jahren auf ein Minimum gesunken.
Zur Orientierung:
Leinölproduktion in Russland / Exporte aus Russland (in Tausend Tonnen):
• 2022/23 – 41 / 40,5
• 2023/24 – 16 / 10
• 2024/25 – 11,5 / 3,7
Leinölproduktion in Kasachstan / Exporte aus Kasachstan (in Tausend Tonnen):
• 2022/23 – 15,6 / 15,3
• 2023/24 – 3,3 / 1,8
• 2024/25 (10 Monate) – 4,1 / 0,6
Hauptabnehmer war China.
Mit der Erhöhung der EU-Zölle auf russischen Flachs im Jahr 2026 von 20?% auf 50?% bleibt China das einzige bedeutende Exportziel für russischen Flachssamen. Allerdings gibt es dort erhebliche Konkurrenz aus Kasachstan und teilweise auch aus Kanada.
Im Jahr 2025 hat Kasachstan die Flachsanbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um 55?% auf 1,35 Millionen Hektar erhöht. Die erwartete Flachsernte in Kasachstan 2025 beträgt etwa 1 Million Tonnen.
Zusammenfassung:
Diese Maßnahmen öffnen kasachischen Flachsproduzenten nicht nur den Zugang zur EU (bereits seit 2025 durch die EU-Zölle), sondern auch nach China.
? In naher Zukunft ist zu erwarten, dass russische Landwirte den Flachsanbau aufgeben, die Anbaufläche reduziert wird und ideale Bedingungen für die Ausweitung der Produktion in Kasachstan und Kanada entstehen.
